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HP verpasst Umsatzziele

26.02.2003
Das Geschäft von HP in den USA und Japan lief in Q1 unerwartet schlecht. Der Gewinn lag aber im Rahmen der Erwartungen; die PC-Sparte schrieb wieder schwarze Zahlen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - HP hat gestern nach US-Börsenschluss unerwartet niedrige Einnahmen für das erste Quartal seines laufenden Geschäftsjahres gemeldet, weil der US-Markt die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Der Umsatz für das Ende Januar abgeschlossene Vierteljahr betrug 17,9 Milliarden Dollar; die Analysten hatten 18,5 Milliarden Dollar erwartet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte HP - damals noch ohne Compaq - Einnahmen von 11,4 Milliarden Dollar erzielt; Compaq mitkonsolidiert hätte der Umsatz 19,6 Milliarden Dollar betragen.

Der Nettogewinn für das erste Quartal beträgt aktuell 721 Millionen Dollar im Vergleich zu 484 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und 390 Millionen Dollar im vorhergehende Dreimonatszeitraum. Abzüglich Einmaleffekten ergibt sich ein Proforma-Gewinn von 877 Millionen Dollar oder 29 Cent pro Aktie; die Wall Street hatte hier 28 Cent je Anteilschein erwartet. Der operative Proforma-Gewinn betrug aktuell 1,1 Milliarden Dollar nach 880 Millionen Dollar im vorhergehenden vierten Quartal und 911 Millionen Dollar im Berichtszeitraum des Vorjahres.

CEO (Chief Executive Officer) und Chairman Carleton "Carly" Fiorina kommentierte, die Umsatzzahlen reflektierten die anhaltend schwache Nachfrage im Unternehmensumfeld in den USA und in Japan. Auch das Weihnachtsgeschäft sei schwächer als erwartet gelaufen. Vergleichsweise stark sei hingegen das Geschäft in Europa sowie der Region Asien-Pazifik gewesen.

Was das laufende zweite Quartal angeht, übte sich HP in Bescheidenheit und bestätigte lediglich den aktuellen Wall-Street-Consensus von 27 Cent Gewinn pro Aktie. Die Einnahmen sollen auf gleichem Niveau wie im ersten Quartal oder leicht darunter liegen. Finanzchef Bob Wayman bezeichnte das wirtschaftliche Umfeld als weiterhin herausfordernd, was sich auf die Unternehmensinvestitionen auswirke. Im Consumer-Bereich hemme die ungewisse geopolitische Lage die Kauflust.

Erneut ausgesprochen souverän präsentierte sich im abgeschlossenen Quartal der Unternehmensbereich Imaging and Printing, der auf Basis von 5,6 Milliarden Dollar Umsatz einen operativen Gewinn von 907 Millionen Dollar ablieferte. Die Service-Sparte schrieb bei drei Milliarden Dollar Umsatz ebenfalls operativ schwarze Zahlen von 341 Millionen Dollar. Sorgenkind ist derzeit die Enterprise Systems Group (Server und Storage), in der bei Einnahmen von 3,7 Milliarden Dollar ein operativer Verlust von 83 Millionen Dollar auflief. Erfreulicher lief es für die Personal Systems Group (PC), die aus 5,1 Milliarden Dollar Umsatz einen operativen Profit von 33 Millionen Dollar erwirtschaftete.

Die HP-Aktie notierte gestern zum NYSE-Fixing 43 Cent stärker bei 18,18 Dollar; im nachbörslichen Handel notierte das Papier leichter bei 17,48 Dollar. (tc)