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HP: Superdome goes Midrange

19.09.2001
Mit dem "rp8400" will Hewlett-Packard den Midrange-Markt aufmischen. Das System bietet bis zu 16 PA-8700-CPUs und Features aus dem "Superdome"-Highend.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard hat gestern einen neuen Server vorgestellt, der Features der "Superdome"-Highend-Systeme zu einem Preis bieten soll, der ansonsten eher in höheren Wintel-Dimensionen anzutreffen ist. Der "rp8400" bringt bis zu 16 der neuen "PA-8700"-Prozessoren mit 650 oder 750 Megahertz Takt in einem Single System Image unter. Wie beim Superdome verwendet die Maschine eine Vier-Wege-"Cellboard"-Architektur. Anders als beim "großen Bruder" kann jedes Cellboard aber aufgrund des modifizierten "DNA"-Chipsets maximal vier CPUs aufweisen. Der Hauptspeicher lässt sich zwischen zwei und 64 GB ausbauen. Prozessoren und Speicher skalieren damit zwei mal so hoch wie bei der bisherigen N-Class der "9000"er-Familie (die gleich passend in "rp7400" umgetauft wurde).

Der rp8400 verfügt ferner über 16 PCI-Steckplätze und steckt in einem 17 U (Rack-Höheneinheiten) hohen Gehäuse. Dieses Format gestattet die Unterbringung von zwei Servern in einem Standard-Rack, wobei noch sechs U für weitere Geräte frei bleiben.

Das System lässt sich außerdem hart partitionieren; anfänglich werden zwei unabhängige Teilsysteme unterstützt, in der ersten Hälfte kommenden Jahres will HP bis zu 16 virtuelle Partitionen nachliefern. IBM unterstützt bei RS/6000 und pSeries überhaupt keine Partitionierung, Compaq bietet bei seinen Alpha-Servern dynamische Partitionen, und Sun unterstützt in seinen Midrange- ("Sunfire") und Highend-Servern ("Starfire") "dynamische Domains", ein Zwischending zwischen Hard- und Soft Partitioning.

Ein voll ausgestatteter rp8400 brachte es im TPC-C-Benchmark bereits auf 140.239 tpm-C bei einem Preis von knapp über 16 Dollar/tpm (mit Sybase´ Adaptive Server Enterprise 12.5) - ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das eher einem großen Windows-Server als einer abgespeckten Unix-Maschine entspricht - und das ist beabsichtigt. "Es gibt keine andere Midrange-Maschine, die diese Leistung bringt", meint Marketing Director Mark Hudson.

Von den neuen PA-8700-Prozessoren sollen aber auch andere HP-Server profitieren können. Diese laufen theoretische in allen bisherigen A-, L-, N-Class- und Superdome-Servern, in denen zuvor 8500-er (440 Megahertz) oder 8600-er (552 Megahertz) PA-RISC-CPUs steckten. Aufgrund der deutlichen Verbesserungen im I/O-Subsystem und größerer Caches sollen bei einem Update zwischen 30 und 75 Prozent.

Ein rp8400-Basissystem mit zwei 650-Megahertz-CPUs und 2 GB Hauptspeicher kostet 124.000 Dollar. Für eine mit 16 Prozessoren voll bestückte Maschine mit 750 Megahertz Taktfrequenz und 64 GB Speicher sind rund 1,1 Millionen zu berappen. Innerhalb der Systemlinie kosten die - paarweise nachzurüstenden - PA-8700s mit 650 Megahertz 46.000 Dollar und mit 750 Megahertz 56.000 Dollar pro Paar. Alle neueren Preismodelle (Capacity on Demand, Pay Per Use, Pay Per Forecast) sind ebenso möglich wie traditionelles Leasing. Anwender bisheriger PA-8600-basierter Server will HP mit Sonderkonditionen zum Umstieg motivieren.