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HP stellt erste Workstations mit Itanium 2 und 64-Bit-Windows vor

29.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - HP hat auf dem Intel Developer Forum (IDF) in Berlin die ersten Workstations vorgestellt, die mit dem 64-Bit-Prozessor "Itanium 2" rechnen und unter Microsofts 64-Bit-Implementierung des Windows-XP-Betriebssystem laufen (HP Workstation "zx2000" und "zx6000"). Die Systeme sind ab sofort erhaeltlich. Sie kosten je nach Ausstattung bis zu 10.000 Euro. Zu den ersten Kunden gehoert die Polizei von Niedersachsern, die 100 dieser Maschinen geordert hat.

Noch nicht offiziell angekündigt ist eine Pilotinstallation von SAP R/3 in der 64-Bit-Variante auf HPs Itanium-Systemen. Sie läuft bei dem britischen Unternehmen Multiyork unter Windows XP 2003. Weitere Kunden sind Fiat, das für seine Retail-Abteilung HPs Itanium-Rechner unter Windows XP 2003 nutzt. Airbus wiederum arbeitet mit einem Itanium-Cluster. Wie Rudi Schmickl, Vice-President Business Critical System Emea bei HP, ferner sagte, wurde Oracles Datenbank 9i sowie die Oracle-Middleware bereits komplett auf die 64-Bit-Hard- und Software-Plattform portiert. Dies gelte auch für alle wesentlichen technischen Applikationen auf dem Markt. Baans CRM-Suite werde zum Ende des Jahres auf den Itanium-Rechnern unter der 64-Bit-Windows-Version verfügbar sein. Insgesamt würden die 300 Top-ISVs Applikationen für die neue Plattform entwickeln.

HP hat zudem in Berlin eine Demonstrationsversion seines Multiprozessorrechners der Superdome-Familie mit Itanium-Prozessoren vorgeführt. Diese Hochleistungsrechner werden, so Schmickl, offiziell in drei Monaten unter HP-UX auf dem Markt eingeführt.

Neben Windows XP 2003 bietet HP seine Itanium-Workstations auch mit HP-UX und der Linux-Distribution von Red Hat an. Suse werde mit seiner Variante folgen.

Intel wie HP betonten, dass Anwender der Itanium-Systeme neben 64-Bit- auch angestammte 32-Bit-Applikationen auf den neuen Maschinen nutzen können. Zum einen, so Frank Baethke, Global High-Performance Technology Manager bei HP, enthalte der 64-Bit-Instruktionssatz als Subset auch alle Befehlssätze der IA-32-Architektur. Zum anderen habe Intel in der jetzigen Itanium-Version die Abwärtskompatibilitaet durch einen Kniff gelöst: Kommen Instruktionen über den Bus in den Prozessor, so erkennt eine Verzweigungseinheit (Branch Unit) in der CPU, ob es sich hierbei um 32- oder 64-Bit-Befehle handelt, und leitet diese dann an den passenden Decoder weiter. Dieser wiederum nutzt dann die vorhandenen Funktionseinheiten. Allerdings spricht nur der 64-Bit-Decoder alle 128 Fliesskomma- und Integer-Einheiten an. Sein 32-Bit-Pendant kennt nur nur die aus der Pentium-Generation gewohnten acht Floating-Point- und Integer-Einheiten. (jm)