Unix- und PS2-Anbieter sollen den Standard unterstützen:

HP kündigt E-Mall für Unix-Systeme an

15.09.1989

PALO ALTO/MÜNCHEN (IDG/ CW) - Hewlett-Packard will es als Standard durchsetzen, aber potentielle OEMs müssen noch überzeugt werden: Das Unix- und OS/2-fähige E-Mail-Paket.. "Openmall" soll die Normen X.400 und X.500 unterstützen; jetzt hat HP die Markteinführung angekündigt.

Openmail wird, so HP, unter der hauseigenen Unix-Variante HP-UX laufen, von der auch gleich ein neues Release vorgestellt wurde, aber ebenso unterstütze OS/2 die neue E-Mail-Software. Die PC-Mail-Software Advanced Mail wurde von HP für die Kommunikation mit Openmail aufgerüstet, so daß jetzt Mailing zwischen PCs, HP-3000-Minis und HP-9000-Mainframes möglich ist. Die neue Software soll den MPE-Deskmanager ersetzen, mit dem HP-User bisher -nur auf den proprietären Minis kommunizieren konnten.

Funktionalitäten jenseits von X.400 und der noch nicht voll definierten X.500-Norm werden von Experten als Schlüssel zum Erfolg von Openmail angesehen; Bruce Richardson, Vice-President der Beratungsfirma Advanced Manufacturing Research Inc., Massachusetts, nennt hier das New-Wave-Feature, das im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten mit einer einheitlichen User-Schnittstelle für verschiedene Workstations aufwarte. Openmail umfaßt außerdem eine zentrale Administration zur Netzdiagnose.

Einen direkten Konkurrenten muß HP mit Digital Equipment erwarten; DEC-Marketing-Manager Ronald Slayton rechnet noch mit 60 Tagen Wartezeit, bis zur Ankündigung eines X.400-Mailing-Paketes. Data General kündigte zwar an, Openmail nicht zu unterstützen, will aber eine Lizenz für New Wave zeichnen; nach Informationen von IDG News Service könnte das bedeuten, daß DG einer der ersten OEM-Hersteller von Openmail werden könnte.

Ein Sprecher der deutschen HP-Tochter teilte mit, die Marktankündigung von Openmail, HP-UX sowie neuen RISC-basierten Rechnern der Serien 3000 und 9000 sei für Mitte September zu erwarten.