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HP-Compaq-Fusion: Deutsche Bank in der Defensive

17.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am gestrigen Dienstag äußerte sich die Deutsche Asset Management erstmals offiziell zu den von Walter Hewlett erhobenen Vorwürfen, wonach der IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) die Tochter der Deutschen Bank mit nicht ganz einwandfreien Methoden dazu gebracht haben soll, mit einem Teil ihrer Stimmrechte für die geplante Übernahme von Compaq zu votieren. "Das Stimmrechtskomitee der Deutsche Asset Management hat ihr unabhängiges Urteil allein im Interesse ihrer Kunden getroffen", erklärte Firmensprecherin Missy deAngelis. Einen Tag zuvor hatte HP bekannt gegeben, dass die US-Staatsanwaltschaft Informationen über das Stimmverhalten der Deutschen Bank und anderer großer HP-Aktionäre angefordert hat.

Fusionsgegner Walter Hewlett hatte Klage gegen HP eingereicht und dem Konzern vorgeworfen, kurz vor der Hauptaktionärsabstimmung am 19. März einige große Anleger unter Druck gesetzt zu haben, in ihrem Sinne abzustimmen (Computerwoche online berichtete). Deutsche Asset Management sagte dazu, man habe sich entschlossen, den Merger mit 50 Prozent ihrer HP-Anteile zu befürworten, nachdem man Präsentationen sowohl vom Firmenmanagement als auch von Walter Hewlett gehört habe. Zu dem eingeleiteten Verfahren erklärte DeAngelis, man arbeite eng mit den Behörden zusammen.

HP hatte nach der Aktionärsabstimmung von einem knappen, aber ausreichenden Sieg gesprochen, obwohl die Stimmen bislang nicht ausgezählt sind. Das Ergebnis wird Experten zufolge noch einige Zeit auf sich warten lassen. (ka)