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"HP Away": Sun will Alpha-Nutzer für sich gewinnen

12.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems versucht mit seiner "HP Away"-Kampagne Kunden des Wettbewerbers gezielt abzuwerben. Die Unix-Company steuert dabei insbesondere Nutzer der Alpha-Plattform an, die HP künftig durch ein Itanium-System ersetzen will. Für Unmut unter den Anwendern sorgt außerdem die Mitteilung, dass die angekündigte HP-Unix-Version Ende 2005 auf den Markt kommen wird. Ursprünglich sollte die neue Ausführung Ende 2004 erscheinen und von Alphas True 64-Unix übernommene Features wie Clustering integrieren. Mit zinslosen Darlehen und abgestimmten Support-Diensten will Sun Kunden nun in den USA, Europa und Asien zum Wechsel auf UltraSPARC-Server und Solaris bewegen.

Das "Away"-Motto von Sun ist nicht neu. Im vergangenen Jahr versuchte der Hersteller mit dem Slogan "Blue Away" Nutzer von IBM-Mainframes und Numa-Q-Systemen zu gewinnen. IBM antwortete mit einem Migrationsprogramm für Solaris-Anwender.

Nach Ansicht von Illumina-Analyst Gordon Haff spricht Sun im aktuellen Fall aber eine deutliche Schwachstelle bei HP an. So müssen die Alpha-Nutzer früher oder später ohnehin migrieren. Dabei sei es nicht wesentlich einfacher, weiter bei HP zu bleiben als ganz zu Sun oder IBM zu wechseln. Der Fiorina-Konzern hingegen warnt Kunden vor Suns häufigen technischen Strategiewechseln, etwa was den Linux-Support und Prozessoren von Intel und AMD anbelangt. Mit HP hätten sie einen glaubwürdigen Partner auf ihrer Seite. (mb)