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Hotjobs-Akquisition bessert Yahoos Umsatz auf

11.04.2002
Trotz eines erneuten Verlusts konnte Yahoo seinen Umsatz im ersten Geschäftsquartal um sieben Prozent steigern. Für das gesamte Jahr hob Firmenchef Semel seine Prognosen an.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Yahoo meldete für sein erstes Geschäftsquartal 2002 den sechsten Nettoverlust in Folge, übertraf mit Einnahmen von 192,7 Millionen Dollar jedoch die Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Durchschnitt nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial mit einem Umsatz von 175 Millionen Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund sieben Prozent. Zugute kam dem US-Internet-Portal vor allem die Akquisition der Online-Jobbörse Hotjobs.com, die Marktbeobachtern zufolge zwischen 13 und 15 Millionen Dollar zu den Erlösen beisteuerte. Ohne Hotjobs wären Yahoos Einnahmen in etwa auf dem Vorjahresniveau geblieben.

Der Nettoverlust des Unternehmens belief sich im abgelaufenen Berichtszeitraum auf 53,6 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Minus bei 11,5 Millionen Dollar oder zwei Cent pro Anteilschein gelegen. Ohne Sonderaufwendungen unter anderem für eine Bilanzierungsumstellung meldete Yahoo einen Profit von 10,5 Millionen Dollar oder zwei Cent je Aktie. Dieses Pro-forma-Ergebnis deckt sich mit den Prognosen der Analysten.

Yahoo ist noch immer hauptsächlich von Online-Werbeerlösen abhängig, die allerdings gegenüber den Dotcom-Boomzeiten deutlich zurückgegangen sind. Im ersten Geschäftsquartal sanken die Werbeeinnahmen im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 121 Millionen Dollar. Seit Chief Executive Officer (CEO) Terry Semel am Ruder ist, bemüht sich das Portal verstärkt um alternative Einnahmequellen wie kostenpflichtige Zusatzservices. Der Anteil der nicht-werbefinanzierten Erlöse am Gesamtumsatz stieg von 21 Prozent im Vorjahresquartal auf 37 Prozent im abgelaufenen Berichtszeitraum. Zu der Steigerung dieser Einkünfte trug neben der Übernahme von Hotjobs vor allem die Kooperation mit dem Suchdienste-Anbieter Overture bei, die es Yahoo erlaubt, kostenpflichtige Platzierungen in der Liste der Suchergebnisse vorzunehmen.

Der internationale Umsatz des Unternehmens ging im ersten Geschäftsquartal 2002 um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und um 13 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2001 zurück. Die Einnahmen außerhalb der USA machen nur noch 14 Prozent des Yahoo-Gesamtumsatzes aus.

Aufgrund der neuen Einnahmequellen hob Yahoo seine Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr 2002 an. Statt der ursprünglich prognostizierten Einnahmen von 750 bis 800 Millionen Dollar geht das Portal nun von 870 bis 910 Millionen Dollar aus. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 105 bis 130 Millionen Dollar liegen. Im laufenden zweiten Geschäftsquartal rechnet Yahoo mit einem Umsatz von 205 bis 225 Millionen Dollar und einem Ebitda von 23 bis 33 Millionen Dollar. (ka)