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Holographischer Speicher nimmt Gestalt an

05.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Firma InPhase Technologies will heute auf der Fachmesse Storage Visions in Las Vegas den ersten voll funktionsfähigen Prototypen ihres holographischen "Tapestry"-Laufwerks demonstrieren. Dieses soll im kommenden Jahr kommerziell vertrieben werden.

Die holographischen Medien von InPhase speichern Daten in dreidimensionalen Hologrammen. Diese werden in eine 1,5 Millimeter dicke Polymerschicht gespeichert, die zwischen zwei Plastikschichten mit 130 Millimeter Durchmesser sitzt. Aufgrund der dreidimensionalen Speicherung sollen solche Laufwerke eine deutlich höhere Kapazität erreichen als CDs oder DVDs, die Daten nur auf der Medienoberfläche schreiben. InPhase hofft, bis zum Jahr 2009 bis zu 1,6 Terabyte auf einer Scheibe unterzubringen.

Steve Duplessie von der Enterprise Strategy Group glaubt indes nicht, dass die neue Technik bereits reif für den Massenmarkt ist. "Holographische Speicherung ist schon seit zehn Jahren so eine Art Raumschiff-Enterprise-Wissenschaftsprojekt-Thema", warnt der Analyst.

Mit dem Prototypen von InPhase sei allerdings ein wichtiger Schritt getan, so Duplessie. "Sie haben bewiesen, dass sie korrekt schreiben und lesen können. Damit werde die Daten nutzbar." Die im Jahr 2000 als Lucent-Spinoff gegründet Firma InPhase verwendet in ihrem Prototypen verschiedene Komponenten von Drittherstellern - die Medienhülle stammt von Hitachi, der Lademechanismus von ALPS Electric und der "räumlicher Lichtmodulator" für den Schreibvorgang von Displaytech. (tc)