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Holländische Polizei schnappt Hacker-Trio

10.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Drei Männer, die mehr als 100.000 Rechner weltweit gekapert und für kriminelle Machenschaften missbraucht haben sollen, sind der Polizei in Holland ins Netz gegangen. Unter anderem wird den 19, 22 und 27 Jahre alten Verdächtigen vorgeworfen, den Trojaner "W32.Toxbot" auf PCs geschleust zu haben. Das ermöglichte ihnen, die Systeme fernzusteuern und Tastatureingaben zu protokollieren.

Die Ermittler vermuten, dass das Trio seine kriminellen Dienste auch Dritten angeboten und im Auftrag Viren geschrieben hat, um Kontoinformationen von Online-Banking-Kunden zu stehlen. Zudem könnten die drei mutmaßlichen Ganoven in Konten von Kunden bei Ebay und Paypal eingedrungen sein. Ein weiterer Vorwurf lautet, sie hätten die von ihnen gekaperten und ferngesteuerten Rechner benutzt, um eine Firma in den USA anzugreifen. Über das Botnetz seien Denial-of-Service-Attacken gegen die Server des Unternehmens gestartet worden.

Den holländischen Ermittlern zufolge handelt es sich bei dem Verbund aus mehr als 100.000 Rechnern um "einen der größten je gesehenen" dieser Art. Kopf der Bande soll der 19jährige gewesen sein. Die Untersuchungen dauern noch an, weitere Verhaftungen sind nicht ausgeschlossen. (ave)