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Hochzeit von AOL und Time Warner ist perfekt

12.01.2001
Der Mega-Merger findet statt: Die US-Kartellbehörde FCC hat der vor einem Jahr angekündigten Fusion zwischen AOL und Time Warner endgültig grünes Licht gegeben.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Fusion des Online-Dienstes America Online (AOL) mit Time Warner zum weltweit größten Medienkonzern steht nichts mehr im Wege. Die US-Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) stimmte gestern einem Zusammenschluss unter Auflagen zu. Zuvor hatte die US-Regulierungsbehörde FTC (Federal Trade Commission) die Fusion gebilligt (Computerwoche online berichtete). Die endgültige Entscheidung fiel exakt ein Jahr und einen Tag, nachdem die Unternehmen ihr Vorhaben angekündigt hatten. Ursprünglich lag der Wert der Transaktion bei etwa 165 Milliarden Dollar. Da in den vergangenen Monaten die Aktienkurse beider Unternehmen deutlich gefallen waren, hat sich der Wert nun auf rund 106 Milliarden Dollar reduziert.

Die AOL-Aktionäre sind zu 55 und die Time Warner-Anteilseigner zu 45 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt.

Dem FCC-Vorsitzenden William Kennard zufolge haben die dem neuen Großkonzern gesetzten Auflagen das Ziel, den freien Wettbewerb im Internet zu gewährleisten. So muss das Unternehmen unter anderem seine Kabelnetze auch Mitbewerbern für den Hochgeschwindigkeitszugang zur Verfügung stellen. Außerdem forderte die Regulierungsbehörde, dass AOL sein populäres "Instant Messaging System" ebenfalls für konkurrierende Internet-Service-Provider (ISP) öffnet, sobald Dienste wie Video-Konferenzen angeboten werden. Der Disney-Konzern, der eine Monopolstellung des neuen Unternehmens im Medienbereich befürchtete, zeigte sich mit den Auflagen der Behörde zufrieden.