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Hewlett-Packard überzeugt mit Umsatzwachstum

17.08.2000
Analysten sorgen sich ums Unix-Geschäft

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) hat für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Nettogewinn von 1,05 Milliarden Dollar oder 1,01 Dollar pro Aktie ausgewiesen. Darin enthalten sind allerdings nicht näher spezifizierte Zugewinne aus Beteiligungen. Ohne diese betrug der Reingewinn 97 Cent pro Aktie und übertraf damit die Erwartungen der Wallstreet - laut First Call/Thomson 85 Cent je Anteilschein - deutlich. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu zwei an, der am 27. Oktober wirksam werden soll. Die neue Chief Executive Officer (CEO) Carleton "Carly" Fiorina hatte bereits vor zwei Monaten ein gesundes Umsatzwachstum von 15 Prozent angekündigt, und sie behielt Recht: HPs Einnahmen stiegen übers Jahr von 10,32 Milliarden Dollar um 15 Prozent auf 11,82 Milliarden Dollar.

"Das nenne ich ein hervorragendes Ergebnis", zeigte sich Fiorina auf der Bilanzpressekonferenz zufrieden. Das Wachstum resultiert allerdings vor allem aus dem Bereich Printing and Imaging, in dem der Umsatz um 15 und der operative Gewinn um 65 Prozent stiegen. Allein der Druckerbereich lieferte die Hälfte des gesamten Gewinns ab. Auch im Servicebereich konnte HP mit einem operativen Gewinnplus von 42 Prozent ordentlich zulegen. Demgegenüber wuchs der Computerbereich mit zwölf Prozent mehr Umsatz und elf Prozent Gewinn vergleichsweise schwach.

Bei den argwöhnisch beäugten Unix-Servern legte der Hersteller nach 36 im Vorjahresquartal lediglich um 13 Prozent zu. Fiorina erklärte dazu, der Jahresvergleich hinke, weil im Vorjahresquartal ein Bestellrückstand eines populären Modells aufgeholt worden sei. Ohne dieses Zusatzplus hätte die Unix-Division heuer ein Umsatzplus von mehr als 25 Prozent abgeliefert. Den Analysten war dies trotzdem zu wenig, nicht zuletzt weil die Konkurrenten Sun Microsystems und IBM in diesem Segment unlängst Zuwächse von 60 respektive 30 Prozent gemeldet hatten.