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Heute noch keine vertraulichen Daten verloren?

13.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mittlerweile könnte man sich fragen, ob nicht eher Nachrichten über nicht gestohlene, abhanden gekommene oder sonst auf illegale Art und Weise entwendete Daten veröffentlicht werden sollten. Regelmäßig gilt es nämlich, über die aktuellsten Verluste von privaten Daten zu berichten.

Jetzt hat es Motorola erwischt. Zwei Computer mit Daten von Firmenangehörigen wurden dem Motorola-Dienstleister Affiliated Computer Services (ACS) gestohlen. Wie viele Unternehmensmitarbeiter betroffen sind, wurde nicht gesagt. Allerdings sollen keine Daten über finanzielle Interna bei dem Computerklau entwendet worden sein.

ACS ist ein externer Dienstleister, der seit Dezember 2002 einen Teil der softwaregestützten Personalbearbeitung für Motorola erledigt. Einen entsprechenden Zehn-Jahres-Vertrag über 650 Millionen Dollar hatten die beiden Firmen vor zweieinhalb Jahren abgeschlossen.

ACS gab nun bekannt, dass Diebe am Memorial-Day-Wochenende in Firmengebäude eingedrungen seien und zwei Computer gestohlen hätten. Auf diesen waren die Daten gespeichert. Der Chef-Marketier von ACS, Lesley Pool, kommentierte den Diebstahl mit den Worten, es sei klar, dass es sich bei dem Klau um Amateure gehandelt habe. Bislang habe man keine Hinweise darauf, dass die persönlichen Daten der Motorola-Angestellten ausspioniert worden seien.

Jennifer Weyrauch, Firmensprecherin von Motorola, versichert zudem, die beiden Rechner seien mit hohen Sicherheitsvorkehrungen geschützt. Es dürfte deshalb schwierig werden, überhaupt an die Daten zu gelangen. Betroffen sind insbesondere Mitarbeiter von Motorola in den Vereinigten Staaten. In den USA arbeitet ungefähr die Hälfte der insgesamt rund 68000 Angestellten weltweit.

Vor einer Woche hatte der Paketdienst United Parcel Service (UPS) eingestehen müssen, dass er auf Bändern abgelegte Daten von 3,9 Millionen Kunden der Citigroup-Bank verloren hat. MCI war vor einem Monat ein Laptop abhanden gekommen, auf dem persönliche Daten von 16.500 aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern gespeichert waren. Iron Mountain, ein externer Dienstleister für Time Warner hatte ebenfalls Bänder verloren, auf denen Informationen von 600.000 ehemaligen und noch beim Medienunternehmen beschäftigten Mitarbeitern niedergelegt waren. (jm)