AVM Fritz Dect 300 im Test

Heiz-Thermostat senkt Kosten & steigert Komfort

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Mit Fritz Dect 300 von AVM steuern Sie intelligent Ihre Heizung, steigern Ihren Wohnkomfort und sparen Heizkosten. Der Thermostat für das Smart Home hat aber auch eine Schwäche - die zugleich ein Vorteil ist. Ein ausführlicher Test. Update!
Fritz Dect 300 von AVM kommt mit drei Adaptern, die man aber nicht immer benötigt.
Fritz Dect 300 von AVM kommt mit drei Adaptern, die man aber nicht immer benötigt.

Ob Sie Heizkosten senken oder den Heizkomfort steigern wollen: Programmierbare und/oder funkgesteuerte Thermostate für Heizkörper liegen im Trend. AVM ist beim Thema "intelligente Heizkörpersteuerung" im Smart Home mit dabei: mit dem Fritz Dect 300. Wir haben den ersten Thermostat des Berliner Telekommunikations-Unternehmens AVM getestet.

Ausstattung und Unterschied zur Comet Dect

Fritz Dect 300 ist keine komplette Neuentwicklung, sondern basiert auf dem Comet Dect Heizkörper-Thermostat von Eurotronic. Als AVM noch keinen eigenen Thermostat im Angebot hatte, konnten Fritzbox-Besitzer mit dem Comet Dect ihren Heizkörper bereits smarter machen. Doch seit einiger Zeit bietet AVM mit dem Fritz Dect 300 den Comet Dect unter dem eigenen Branding an. Vergleicht man beide Thermostate, so fallen äußerlich nur die unterschiedlichen Namenszüge auf.

Die Fritz Dect 300 im Einsatz
Die Fritz Dect 300 im Einsatz

Laut Urban Bastert, Leiter Kommunikation von AVM, unterscheiden sich Fritz Dect 300 und Comet Dect aber auch bei Hardware (Platine) und Software (Programmierung). Zudem wirbt AVM mit seinem bewährten Support und den regelmäßigen Fritz-OS-Updates für den Fritz Dect 300. Letztere bringen immer wieder neue Funktionen. Laut Nutzerberichten in Internetforen lassen sich die einzelnen Bauteile zwischen Comet Dect und Fritz Dect 300 nicht ohne weiteres austauschen. Der Preisunterschied zwischen der Comet Dect und der Fritz Dect 300 beträgt rund fünf Euro.

Bedienelemente und Zubehör.
Bedienelemente und Zubehör.

Lieferumfang

In der AVM-Verkaufsverpackung befinden sich Fritz Dect 300, zwei Mignon-Batterien (AA) und eine gedruckte Installations- und Bedienanleitung. Außerdem legt AVM noch das Homematic Adapter-Set Danfoss mit Adaptern für Danfoss RA/RAV/RAVL sowie eine Adapterschraube bei.

Diese drei Adapter würden separat rund zehn Euro kosten. Sie benötigen einen dieser Adapter nur, wenn Sie einen Danfoss-Thermostat vom Typ RA/RAV/RAVL verwenden. Die drei Adapter sind allerdings nur aus Kunststoff gefertigt, insofern ist der Preis von rund zehn Euro ziemlich hoch für dieses Set, wenn man es separat kaufen möchte.

Die Fritz Dect 300 im Frontend der Fritzbox.
Die Fritz Dect 300 im Frontend der Fritzbox.

Voraussetzungen

Um den Fritz Dect 300 in Betrieb nehmen zu können, benötigen Sie eine Fritzbox mit einem kompatiblen Fritz-OS ab Version 6.60. Wir führten unseren Test mit einer Fritzbox 7490 und Fritz-OS 6.80 durch. Die Datenübertragung zwischen Fritzbox und Dect 300 erfolgt über das stromsparende DECT-ULE. Bis maximal 40 Meter dürfen Fritz Dect 300 und Fritzbox voneinander entfernt sein, wobei dicke Wände die Reichweite verkürzen. Natürlich muss der Fritz Dect 300 auch an Ihren Heizkörper passen. Womit wir beim nächsten Punkt sind.

Inbetriebnahme

Legen Sie die beiden mitgelieferten AA-Batterien in den Fritz Dect 300 ein. Der Thermostat startet nun automatisch den Anmeldevorgang an der Fritzbox. Drücken Sie binnen 90 Sekunden die DECT-Taste auf Ihrer Fritzbox, bis die Info-LED blinkt. Nach wenigen Sekunden leuchtet auf dem Display des Dect 300 das "Funkmasten"-Symbol und der Dect 300 ist mit der Fritzbox verbunden. Das klappte bei uns auf Anhieb ohne Probleme. Jetzt geht es an die Montage des Dect 300 am Heizkörper.

Unsere Fritz Dect 300 während der Koppelung mit unserer Fritzbox 7490. Daneben liegen die drei mitgelieferten Adapter, die wir allerdings nicht benötigen.
Unsere Fritz Dect 300 während der Koppelung mit unserer Fritzbox 7490. Daneben liegen die drei mitgelieferten Adapter, die wir allerdings nicht benötigen.

Die Adapterfrage: Schauen Sie sich zunächst den vorhandenen Thermostat an, den Sie durch den Fritz Dect 300 ersetzen wollen. Sofern an Ihrem Heizkörper ein Thermostat mit M30 x 1,5 mm Anschlussgewinde befestigt ist, benötigen Sie die von AVM beigelegten Adapter nicht und können Dect 300 direkt anbringen. Das gilt laut AVM für Heizkörperventile von Heimeier, Junkers, MNG, Braukmann, Landys+Gyr, Oventrop neu und Honeywell.

In allen anderen Fällen wird der Austausch des Thermostats etwas fummeliger, weil Sie einen Adapter benötigen. Entweder passt einer der drei beigelegten Adapter für die oben erwähnten Danfoss-Thermostate (schlecht: AVM legt keine Fotos der drei unterstützten Danfoss-Thermostate bei, so dass man die passenden Adapter nicht ohne weiteres identifizieren kann). Oder aber Sie müssen einen passenden Adapter noch dazukaufen: Unter eurotronic.org/shop finden Sie weitere Adapter für andere Ventilmodelle wie von Vaillant oder Herz.

Unser bisheriger Thermostat.
Unser bisheriger Thermostat.

An unserem Heizkörper war ein Danfoss Fühlerelement Typ RAW-K befestigt, mit M30 x 1,5 mm Anschlussgewinde. Wir benötigten deshalb keinen der drei mitgelieferten Adapter.

Nachdem Sie geklärt haben, ob und welchen Adapter Sie benötigen, kann es mit dem Austausch des Thermostats losgehen. Drehen Sie den Thermostat am Heizkörper voll auf. Lockern Sie mit einer Rohrzange die Überwurfmutter, die den vorhandenen Thermostat hält. Schrauben Sie die Mutter anschließend mit der Hand ganz locker und nehmen Sie den Thermostat ab. Heben Sie ihn gut auf, Sie benötigen ihn für den Fall, dass es mit der Montage doch Probleme gibt oder falls der Dect 300 einmal ausfallen sollte.

Übrigens: Beim Abnehmen des Thermostats tritt kein Wasser aus. Sie können den Austausch außerdem jederzeit rückgängig machen - wichtig für Mieter.

Die Fritz Dect 300 am Heizkörper.
Die Fritz Dect 300 am Heizkörper.

Schrauben Sie jetzt den Fritz Dect 300 (der bei der Fritzbox angemeldet sein muss, was Sie an dem Funkturmsymbol im Display erkennen) mit der Hand fest und ziehen Sie ihn dann vorsichtig mit der Rohrzange fester. Nicht überdrehen!

Gut gemacht von AVM: Die Überwurfmutter des Fritz Dect 300 besteht aus Metall. Das sorgt nicht nur für eine hochwertige Optik, sondern ist auch stabil, der Dect 300 sitzt fest am Heizkörper. Obendrein besteht nicht die Gefahr, dass die Überwurfmutter bricht, wie es bei einer Plastiklösung der Fall sein könnte.

Solide Überwurfmutter aus Metall. Und optisch ansprechend.
Solide Überwurfmutter aus Metall. Und optisch ansprechend.

Generell kann man sagen, dass der Fritz Dect 300 einen hochwertigen Eindruck macht und gute Haptik bietet. Gehäuse, Druckschalter sowie Drehregler sind zwar aus Kunststoff, doch alles wirkt stabil, wackelfrei und langlebig. Der Thermostat erfreut das Auge mit einer absolut wohnzimmertauglichen Optik.

Inhalt dieses Artikels

 

Ich persönlich

Ich hatte mir drei Heizthermostate von AVM zugelegt. Sie funktionieren einwandfrei. Dennoch würde ich sie nicht wieder kaufen. Erst boykottiert AVM Windows, dann bei den Thermostaten IFTTT und nun auch die Sprachsteuerungen Alexa, Cortana und Google Assistent. Für die Heizkörper existiert in Android noch nicht einmal ein Widget für die Soll- und Isttemperatur. Man muss auf Alternativapps zugreifen. AVM bietet auch keine Temperatursensoren an, die unabhängig von Steckdosen oder Heizungen, also batteriebetrieben funktionieren. Das benötigt man bei kompliziertere Situationen, wie z. B. in Treppenaufgängen.
Ich werde mir etwas suchen, dass mit Cortana funktioniert, dort kann man in Zukunft auch alle Alexa Skills benutzen.

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