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Handyboom kostet halbe Milliarde Mark

19.06.2000
Pre-Paid-Pakete locken Betrüger

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die deutschen Mobilfunkbetreiber müssen in diesem Jahr möglicherweise bis zu einer halben Milliarde Mark an Neukundenwerbungskosten in den Wind schreiben. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" basiere der starke Kundenzuwachs bei den Carriern zu 80 Prozent auf den Pre-Paid-Produkten. Um Kunden zu akquirieren locken Anbieter wie T-Mobil, Mannesmann Arcor oder Viag Interkom massiv mit Billigpaketen zu 99 Mark, in dem ein Handy inklusive einem gewissen Telefonguthaben enthalten ist. Diese Pre-Paid-Angebote sind der Publikation zufolge mit etwa 300 bis 400 Mark subventioniert. Die hohen Marketing-Kosten sollen sich jedoch nicht rechnen, denn diese Dumping-Preise zögen Betrüger an. Diese kauften die Billig-Handys, knackten die Sicherheitssperre und verscherbelten die Geräte als volltaugliche Mobiltelefone weiter - vor allem nach Osteuropa. Etwa zehn bis 15 Prozent der Pre-Paid-Pakete werden laut "Fokus" geknackt. Ein weiterer Nachteil dieser billigen Angebote liegt darin, dass anders als bei den Vertragskunden, die sich auf zwei Jahre an einen Anbieter binden, Pre-Paid-Kunden keine sichere Einnahmequelle sind.