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Handy-Sparte verhagelt Motorola das Geschäft

05.01.2007
Eben noch RAZR-König, jetzt ungünstiger Produktmix: Der amerikanische Telekomausrüster Motorola hat im vierten Quartal seine eigene Prognose verfehlt.

Als Grund dafür nannte die Gesellschaft am Freitag in Schaumburg ein schlechter als erwartet ausgefallenes Ergebnis im Handy-Geschäft. "Wir sind sehr enttäuscht über unser Abschneiden im vierten Quartal", sagte Vorstandschef Ed Zander.

Nach vorläufigen Zahlen lag der Umsatz im den Monaten Oktober bis Dezember bei 11,6 bis 11,8 Milliarden Dollar. Zuvor hatte der Konzern einen Umsatz zwischen 11,8 bis 12,1 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Auch der Gewinn pro Aktie falle mit 0,13 bis 0,16 Dollar hinter den internen Prognosen zurück, hieß es. Mit dem Ergebnis verfehlte der weltweit zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen zudem die Erwartungen der von Thomson Financial befragten Analysten.

Im vierten Quartal 2005 hatte die Gesellschaft einen Gewinn pro Aktie von 0,27 Dollar und einen Umsatz von 10,01 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Jahresviertel will Motorola am 19. Januar vorlegen.

Der Absatz von Mobiltelefonen wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 66 Millionen. Trotz des deutlich höheren Absatzes sei die Ergebniserwartung in dem Bereich verfehlt worden, hieß es. Motorola begründete dies mit einer "unvorteilhaften" Mischung beim regionalen Absatz und der Produktpalette. Weitere Angaben machte der Konzern nicht dazu.

Motorola hatte in den vergangenen Quartalen den Abstand zum Marktführer Nokia verringert. Der finnische Konzern hatte daher die Preise für seine Mobilfunkgeräte drastisch gesenkt und darüber den Absatz in schnell wachsenden Schwellenmärkten wie China und Indien angekurbelt. Analysten vermuten, dass Motorola als Reaktion darauf die Preise für seine Mobilfunkgeräte gesenkt hat. Laut Angaben der Marktforschungsgesellschaft Gartner kam Nokia im dritten Quartal auf einen Marktanteil von 35,1 Prozent und Motorola auf 20,6 Prozent.

Die Aktie von Nokia brach im frühen Handel ein, was Händler mit der Quartalsbilanz von Motorola begründeten. Der Aktienkurs gab zuletzt 3,39 Prozent auf 15,38 Euro ein und war damit der schwächste Wert im Dow Jones EuroSTOXX 50. (dpa/tc)