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Handy-Industrie attackiert Grauimporte in Russland

16.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Namhaften Handyherstellern zufolge sind bis zu zwei Drittel aller in Russland verkauften Mobiltelefone illegale Grauimporte. Die Konzerne Alcatel, Nokia, Siemens, Motorola und Panasonic haben sich nun zusammengeschlossen, um den gesetzwidrigen Handel zu unterbinden. Nach Angaben der Firmen erleiden die Hersteller durch die oft fehlerbehafteten Produkte einen gewaltigen Image-Verlust unter den russischen Kunden. Außerdem verlieren die Konzerne jährlich insgesamt 160 Millionen Dollar durch die Grauimporte. "Wir erhalten viele Beschwerden von Kunden, die die Qualität unserer Produkte in Frage stellen", so Motorola-Sprecher Sergei Kozlov. Ein Großteil der Handys wird in Europa hergestellt und ist unter anderem wegen seiner Ausstattung nicht für den russischen Markt konzipiert. Außerdem haben die Käufer keinen Anspruch auf Garantie. Derzeit besitzen rund drei Millionen Bürger in

Russland (Einwohnerzahl: 146 Millionen) ein Mobiltelefon. Prognosen zufolge soll sich die Zahl der Handykunden bis zum Jahr 2010 auf etwa 22 Millionen erhöhen.