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Halbleiter verwandelt Wärme in Strom

04.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einen Mikrochip, der elektrische Energie aus Abwärme gewinnt, haben Forscher des Massachussetts Institute of Technology (MIT) und des Energieunternehmens Eneco entwickelt. Die so genannte Thermo-Diode arbeitet bereits bei Temperaturen ab 200 Grad Celsius, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist. Bislang konnte Wärme erst ab 1000 Grad in Strom umgesetzt werden.

Die Diode besteht aus zwei Elektroden (Anode und Kathode). Aufgrund ihrer thermischen Bewegung springen die Elektronen von der Kathode zur Anode und erzeugen so Energie. Bisher trennte ein Vakuum die beiden Elektroden. Dieses ersetzten die Wissenschaftler durch mehrschichtiges Halbleitermaterial. Dadurch erreichten sie einen Wirkungsgrad von rund 17 Prozent. Laut Eneco kann das Bauteil ab einer Effizienz von 20 Prozent wirtschaftlich eingesetzt werden. Dann könnte es zum Beispiel in Automotoren eingebaut werden und die Stromversorgung der Bordelektronik übernehmen. Auch in tragbaren Rechnern ließe sich die Diode nutzen. Durch die Abwärme von Notebook-Prozessoren könnte sie für längere Akkulaufzeiten sorgen. (lex)