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Hacker solidarisiert sich mit Napster

08.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Verschiedene US-amerikanische Websites sind von einem Hacker mit einem Solidaritätsaufruf zur Unterstützung der MP3-Tauschbörse Napster manipuliert worden. Betroffen sind sowohl Internet-Seiten der Regierung als auch die Sites bestimmter Musiker und Firmen. Der Hacker mit dem Pseudonym "Pimpshiz" wandte sich in seiner Schmähtirade vor allem gegen den Verband der US-Musikindustrie RIAA (Recording Industry Association of America). Er wirft dem einflussreichen Musikkonzernen vor, einen übermäßigen Profit aus den CD-Verkäufen herauszuschlagen. Den Musikern hingegen bleibe nur ein Bruchteil aus den Erlösen durch ihre eigenen Werke übrig. Auch etablierte Musikgrößen wie die Heavy-Metal-Band Metallica wurden von der Kritik nicht verschont. Der anonyme Hacker wirft der Gruppe vor, lediglich an Geld interessiert zu sein, obwohl sie doch schon reich genug sei. Im April dieses Jahres hatte Metallica Napster wegen Copyright-Verletzung verklagt, woraufhin der Betreiber die betroffenen Benutzerkonten gesperrt hat. Außerdem ist derzeit eine Klage der RIAA gegen die Musik-Tauschbörse anhängig. Der Termin für die Gerichtsverhandlung wurde auf Anfang Oktober festgelegt. Die US-Plattenindustrie verlangt die Schließung des Musik-Dienstes wegen angeblicher Verletzung von Urheberrechten.