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Grundlagenforschung: Molekültransistoren und Ionenfallen

14.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zwei Teams von Wissenschaftlern ist es unabhängig voneinander gelungen, Transistoren aus nur einem einzigen Molekül herzustellen. Das erste an der amerikanischen Cornell University kapselte ein Kobalt-Atom in Pyridin ein und platzierte es zwischen zwei Goldelektroden, die über ein spezielles Verfahren namens Elektromigration in einem Abstand von nur rund einem Nanometer angebracht waren. Eine zweite Forschergruppe an der Harvard University nutzte eine ähnliche Methode, verwendete aber statt eines Kobalt- zwei Vanadium-Atome. Details der Experimente kann man in der aktuellen Ausgabe von "Nature" nachlesen.

Unabhängig davon gelang es Wissenschaftlern des National Institute for Standards and Technology (NIST), zwei so genannte Ionenfallen in einem Abstand von 1,2 Millimeter anzuordnen. Dies bedeutet einen wichtigen Fortschritt in Richtung Bau eines Quantencomputers. Dieser nutzt anstelle von Transistoren Ionen oder elektrisch geladene Atome. Diese können nicht nur Plus und Minus beziehungsweise die Null und Eins des binären Systems, sondern mehrere Zustände annehmen und entsprechend mehr Informationen speichern. Wann diese Zukunftsmusik auch in der Realität Gestalt annimmt, ist indes noch nicht absehbar. (tc)