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Green Card: Nachfrage hält sich in Grenzen

30.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Knapp ein Jahr nach ihrer Einführung hat die Green Card für ausländische IT-Experten die in sie gesetzten Erwartungen offenbar nicht erfüllt. Obwohl die Wirtschaft noch Anfang letzten Jahres einen Bedarf an 90.000 Fachkräften angemeldet hatte, kamen in den ersten zwölf Monaten der Neuregelung lediglich 8556 ausländische Computerspezialisten zum Arbeiten nach Deutschland. Diese Zahlen gab das Bundesarbeitsministerium in Berlin bekannt. Über die am ersten August 2000 zur Beseitigung des Arbeitskräftemangels auf dem Gebiet der Informations- und Telekommunikationstechnologie ins Leben gerufene Initiative können maximal 20.000 ausländische IT-Spezialisten eine auf fünf Jahre befristete Arbeitserlaubnis in Deutschland erhalten.

Der amtlichen Statistik zufolge haben bislang (Stichtag 20.Juli) vor allem Inder von dem Angebot Gebrauch gemacht: Sie stellen mit 1782 IT-Spezialisten gut ein Fünftel aller Green-Card-Inhaber. Die zweitstärkste Gruppe (1189) kommt aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Bemerkenswert ist die Verteilung innerhalb Deutschlands: 8199 der ausländischen Fachkräfte gingen in die alten Bundesländer und lediglich 357 in die neuen Bundesländer. Die meisten Green Cards (2475) wurden in Bayern ausgestellt, gefolgt von Hessen (1896), Baden-Württemberg (1661) und Nordrhein-Westfahlen (1238). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit nur sieben Green-Card-Inhabern.