Curve

GPS-Tracker von Vodafone im Test

10.10.2020
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Der Curve ist ein handlicher und wasserfester GPS-Tracker, den Sie ab Freischaltung zwei Jahre gratis nutzen können. Die dazu gehörige Vodafone Smart App zeigt die Positionsdaten. Wir haben Tracker und App getestet.

Mit dem Curve hat Vodafone einen handlichen GPS-Tracker zu einem günstigen Preis vorgestellt. Denn Sie zahlen für den Curve knapp 90 Euro und können ihn dann 24 Monate lang ohne weitere Kosten mit SIM-Karte nutzen. Erst ab dem 25. Monat müssen Sie für die Nutzung der im Curve verbauten Vodafone-2G-SIM-Karte extra bezahlen (Die Verlängerung des SIM-Abos müssten Sie aktiv beantragen - das Abo läuft nicht automatisch weiter). Damit bietet der Curve ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Grund genug diesen GPS-Tracker zu testen.

Mit dem GPS-Tracker können Sie den Standort von Koffern und Laptoptaschen, Autos, Booten, Tieren oder Menschen binnen weniger Sekunden auf der Karte der Vodafone-Smart-App anzeigen lassen. Sofern der Tracker Standort-bedingt das Signal der GPS-Satelliten empfangen und seinerseits eine 2G-Verbindung aufbauen kann.

Der Curve in der Farbe Slate (blaugrau).
Der Curve in der Farbe Slate (blaugrau).
Foto: Vodafone

Inbetriebnahme: Ohne Probleme - mit der richtigen SIM-Karte

Curve ist schnell und ohne Probleme in Betrieb genommen. Sofern in Ihrem Smartphone, auf dem die zu dem Curve gehörende Vodafone Smart App installiert ist, nicht die SIM-Karte eines Serviceproviders von Vodafone verwendet wird. Also beispielsweise eine Karte von Mobilcom Debitel oder Otelo. Denn damit können Sie den Curve derzeit nicht nutzen. Ebenso funktioniert der Tracker auch nicht mit SIM-Karten von Businesstarifen, wie Amazonkunden berichten und Vodafone in den AGB des Curve feststellt.

Der Curve in der Farbe Dove (taubengrau) mit den Abmessungen.
Der Curve in der Farbe Dove (taubengrau) mit den Abmessungen.
Foto: Vodafone

Mit einer SIM-Karte der Deutschen Telekom, von Vodafone oder O2 gibt es dagegen keine Probleme. Dass die SIM-Karte des Smartphones überhaupt eine Rolle spielt, erklärt Vodafone mit der Notwendigkeit den Benutzer aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eindeutig identifizieren zu können.

Der Curve in der Farbe Dove (taubengrau)
Der Curve in der Farbe Dove (taubengrau)
Foto: Vodafone

Sofern Sie also nicht an diesem überraschenden SIM-Kartenproblem scheitern, sollten Sie den Curve schon nach kurzer Zeit nutzen können. Eine gedruckte Installationsanleitung liegt zwar nicht bei, doch ist diese ohnehin unnötig, weil die Vodafone-Smart-App den Kunden gut durch die komplette Installation führt. Sie installieren dazu auf dem Smartphone die Vodafone Smart App für iOS (ab iOS 12.0) oder Android (ab Android 5.0).

Der Ausweis wird gescannt.
Der Ausweis wird gescannt.

Datenschutz: Vodafone will viel wissen

Während der Einrichtung des GPS-Trackers verlangt Vodafone, dass wir mit der App unseren Personalausweis oder Reisepass einscannen und das Foto auf die Server von Vodafone hochladen. Vodafone zufolge sei das erforderlich, um die Vorgaben des Telekommunikationsgesetz (TKG) § 111 zu erfüllen.

Auf unsere Ausweisdaten kann also auch von Ägypten und Indien zugegriffen werden.
Auf unsere Ausweisdaten kann also auch von Ägypten und Indien zugegriffen werden.

Geraten diese Ausweisdaten in die falschen Hände, ist damit Identitätsdiebstahl möglich. Und das alles für die SIM-Karte eines GPS-Trackers, über die man weder surfen noch telefonieren kann.

Vodafone zufolge stehen die für den Tracker und die App verwendeten Server in Deutschland. Das Ausweisfoto wird nur zur Verifizierung der Kundendaten benötigt und nicht langfristig gespeichert, wie Vodafone versichert.

Die Voraussetzungen zur Nutzung von Curve.
Die Voraussetzungen zur Nutzung von Curve.

Kosten: Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Sie können den GPS-Tracker Curve von Vodafone hier für knapp 90 Euro kaufen. Im Kaufpreis sind zwei Jahre Nutzung der 2G-Mobilfunkverbindung des Trackers enthalten. Ab dem 25. Monat kassiert Vodafone monatlich für die Nutzung der SIM-Karte. Die Kosten erscheinen aber moderat; falls Sie einen 2-Jahresvertrag abschließen, zahlen Sie 1,99 Euro pro Monat. 2,99 Euro pro Monat verlangt Vodafone, wenn Sie den V-SIM-Vertrag monatlich kündigen wollen. Keine Abofalle: Die Fortführung des SIM Services erfolgt nach Ablauf der ersten zwei Jahre nicht automatisch, sodass nach dem Inklusivzeitraum keine unerwarteten Kosten entstehen, wie Vodafone verspricht.

Hardware

Der 42 x 16 Millimeter große und 30 Gramm schwere Curve besitzt eine Sofort-Alarm-Taste und einen Ein-/Ausschalter sowie LEDs zur Statusanzeige. Wenn Sie die Sofort-Alarm-Taste drei Sekunden lang drücken, dann schickt der GPS-Tracker eine Nachricht an die Vodafone-Smart-App.

Sie laden den GPS-Tracker über das mitgelieferte USB-Typ-A-Kabel auf. Ein dazu passendes Netzteil legt Vodafone allerdings nicht bei. Am Curve wird das Ladekabel mit einem proprietären Anschluss angeschlossen. Der Curve ist nicht magnetisch und hält somit nicht von selbst auf Metalloberflächen.

Die Satellitenansicht, die in der iOS-Version seit 3.4.0 verfügbar ist.
Die Satellitenansicht, die in der iOS-Version seit 3.4.0 verfügbar ist.

Die SIM-Karte ist fest im Curve verbaut und kann nicht gewechselt werden. Das gilt auch für den Akku, der ebenfalls nicht ausgetauscht werden kann. Für die Ortung verwendet der Curve laut Vodafone GPS, WLAN, 2G/GSM-Mobilfunk und Bluetooth.

Laut Vodafone ist der Curve wasser- und staubdicht nach IP67-Zertifizierung. Vodafone verkauft den Curve in den Farben Dove (taubengrau) und Slate (blaugrau).

Trackimo ist für Vodafone der Auftragshersteller der Hardware. Die App- und Plattform- Entwicklung liegt bei der Vodafone Group.

Drei unterschiedliche Kartenansichten stehen zur Wahl.
Drei unterschiedliche Kartenansichten stehen zur Wahl.