Pixel 2, Pixelbook, Google Home, Pixel Buds, Google Clips…

Google zeigt neue Hardware für seine Softwareprodukte

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Unter dem Motto "Made by Google" präsentierte der Internet-Riese seine neue Kollektion an Consumer-Hardware. Das Smartphone-Flaggschiff Pixel 2 war dabei nicht das einzige Highlight.

Apple läßt grüßen: Ähnlich wie sein Konkurrent erfindet auch Google mit der neu vorgestellten Hardware Geräte wie Smartphone, Tablet oder Bluetooth-Ohrhörer nicht komplett neu, sondern verbessert die Produkte bestenfalls. Zum Einsatz kommen dabei durch die Bank der Google Assistant und allgemeiner AI/ML. Hier alle Neuvorstellungen und Ankündigungen des Google-Events:

Pixel 2 und Pixel XL

Nachdem Produkt-Leaks vor der offiziellen Vorstellung mittlerweile eher Regel als Ausnahme darstellen, hielt sich die Überraschung bei den neuen Flaggschiff-Smartphones in Grenzen. Überhaupt fielen die Verbesserungen bei Pixel 2 und Pixel 2 XL gegenüber der Vorgänger-Generation eher gering aus - sie dürften aber reichen, um zwei der besten Android-Smartphones noch besser zu machen.

Anders als bei den beiden Vorgängern baut HTC dieses Mal nur das 5 Zoll kleine Pixel 2, das optisch stark an das Vorjahresmodell erinnert. Mit der Produktion des 6 Zoll großen, nahezu Bezel-freien Pixel 2 XL, das mit Snapdragon 835, 4GB RAM und 64 bzw. 128 GB Speicher ähnlich motorisiert ist, wurde LG beauftragt. Wahrscheinlicher Grund dafür ist, dass die Koreaner anders als HTC bereits beim G6 und dem neuen V30 Erfahrungen mit der Fertigung von Smartphones mit fast randlosem Display gesammelt haben.

Abgesehen von den bereits erwarteten Verbesserungen unterstützen die mit Android Oreo ausgestatteten Devices das von HTCs U11 bekannte Feature Active Edge (beim Drücken des Gehäuses startet Google Assistant) und sind wasserfest. Gemein ist beiden Pixel-Smartphones außerdem, dass sie keine Klinkenbuchse mehr besitzen, ein Adapter für den USB-C-Anschluss wird aber mitgeliefert.

Google verzichtete bei beiden Geräten außerdem auf eine Dual-Kamera - der zum Trend gewordene Porträt-Modus (Bokeh-Effekt) wird elektronisch erzeugt. Als neu dazugekommenes Feature erkennt Google Lens über die Kamera Gemälde, Album-Cover oder Attraktionen und gibt dem Nutzer dazu passende Informationen oder liest etwa Mail-Adressen von Bildern aus. Die Genauigkeit der Bilderkennung beträgt dabei laut Google über 95 Prozent, übertrifft also das menschliche Auge/Gehirn.

Das Pixel 2 wird ab dem 17. Oktober in den Farben Blau, Schwarz und Weiß verfügbar sein und kostet je nach Speichergröße 799 oder 909 Euro. Die blaue Version gibt es aber nur mit 64 GB. Das größere Pixel 2 XL folgt Anfang/Mitte November in den Farben Schwarz und Schwarzweiß für 939 oder 1049 Euro.

Pixelbook

Der Nachfolger des Chromebook Pixel ist mit 10,3 Millimetern Dicke und 1,1 Kilogramm Gewicht das dünnste und leichteste Notebook, das Google je hergestellt hat. Es ist mit einem 12,3-Zoll-Touchscreen ausgestattet, besitzt einen Intel Core i5 oder i7 sowie bis zu 16 GB RAM und bis zu 512 GB Speicher. Die Akkulaufzeit beträgt laut Google bis zu zehn Stunden, nach 15 Minuten Ladezeit soll das Gerät bereits weitere zwei Stunden laufen.

Als weitere Highlights kommt das Chromebook mit integriertem Google Assistant und dem (optionalen) Pixelbook Pen, der Stift nutzt Machine Learning zur Handschriftenerkennung, hat 10 Millisekunden Latenzzeit und unterstützt bis zu 60 Grad Neigung. Bei Preisen ab 999 Dollar ist das Pixelbook allerdings auch etwas kostspieliger, für den Pixelbook Pen werden 99 Dollar aufgerufen. Das luxuriöse Chromebook kommt Ende Oktober in USA, Kanada und Großbritannien in den Handel, Deutschland wurde nicht erwähnt.

Google Home Mini

Nach Google Home als Gegenstück zu Amazon Echo bringt Google nun das Pendant zu Amazons kleinerem Lautsprecher Echo Dot heraus. Das Donut-große Google Home Mini ist dabei nicht nur schicker designt, sondern läuft natürlich mit Google Assistant statt Amazon Alexa.

Google Home Max

Weiterer Neuzugang in der Google-Home-Familie ist Google Home Max. Das Gerät soll 20 Mal lauter als das normale Google Home sein. Auch hier sorgt wieder die Software für das besondere Extra: Die neue Smart-Sound-Technologie von Google scannt die Umgebung des Home Max, um die Audioausgabe zu optimieren. Unter anderem soll es lernen, sich an die direkte Umgebung oder allgemeine Lautstärke in der Wohnung anzupassen. Außerdem ist es laut Google in der Lage persönliche Playlists für jedes Familienmitglied zu erstellen und die individuellen Stimmen und den Musikgeschmack zu erkennen.

Daydream VR

Für das Virtual-Reality-Headset gibt es nur ein kleines Update mit neuen Farben und besseren Linsen. Außerdem stehen laut Google ein Jahr nach dem Launch mehr als 250 App- und Spieletitel für die VR-Brille bereit.

Pixel Buds

Möglicherweise die interessanteste Ankündigung der Veranstaltung waren die Pixel Buds - obwohl die zugrunde liegende Technik gar nicht in den drahtlosen Kopfhörer liegt. Die Pixel Buds stellen nur - neben der normalen Sprach- und Musikwiedergabe - auf Knopfdruck den Google Assistant bereit und unterstützen in Verbindung mit einem Pixel-Smartphone bidirektionale Echtzeit-Übersetzung in bis zu 40 Sprachen. Die Pixel Buds sind ab November für 159 Dollar in den USA erhältlich, kommen aber auch nach Deutschland.

Google Clips

Google Clips ist eine winzige, ansteckbare Kamera, die mit Hilfe von im Gerät integrierten Machine Learning (Moment IQ) erkennt, wenn vertraute Gesichter in der Nähe sind und wann sie automatisch ein Bild machen soll. Anvisierte Zielgruppe für die Schnappschüsse sind laut Google vor allem Eltern und Haustierbesitzer. Die Bilder und Kurzvideos (Clips), die von Google Clips erfasst werden, synchronisieren sich drahtlos mit einer Google-Clips-App auf dem Smartphone und können über Google Fotos oder eine andere Galerie-App organisiert werden.

Google Clips soll automatisch Schnappschüsse schießen.
Google Clips soll automatisch Schnappschüsse schießen.
Foto: Google

Laut Google ist die 249 Dollar teuren Google Clips "bald" in den USA erhältlich. Das Gerät funktioniert dem Hersteller zufolge am besten mit dem Pixel, Samsung Galaxy S7 und S8 oder iPhones (ab iPhone 6) werden aber auch unterstützt.