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Trotz zweistelligem Umsatz- und Gewinnanstieg

Google wächst Börsianern zu langsam

19.07.2013
Manchmal ist die Wall Street gnadenlos: Da scheffelt ein Konzern wie Google mit Online-Werbung eine ganze Stange Geld - weit mehr als noch vor einem Jahr. Dennoch fällt die Aktie. Die Erwartungen lagen höher.
Googles Gelddruckmaschine läuft wie geschmiert - dennoch sind die Börsianer unzufrieden.
Googles Gelddruckmaschine läuft wie geschmiert - dennoch sind die Börsianer unzufrieden.
Foto: Google

Googles Rekordlauf an der Börse wird abrupt gestoppt. Weil das Geschäft im zweiten Quartal nach dem Geschmack der Investoren zu langsam wuchs und zu wenig Gewinn abwarf, fiel die Aktie am Donnerstag nachbörslich um 5 Prozent. Damit kostete das Papier wieder deutlich weniger als 900 Dollar. Google hatte die markante Marke erstmals im Mai geknackt. Vor der Bilanzvorlage kostete das Papier annähernd 911 Dollar.

"Google hatte ein großartiges Quartal", erklärte Konzernchef Larry Page am Firmensitz im kalifornischen Mountain View unbeirrt. Aus seiner Sicht trifft das zu: Google macht weiterhin gutes Geld mit Online-Werbung. Im zweiten Quartal schnellte der Gesamtumsatz des Suchmaschinenprimus um 19 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar hoch (10,7 Mrd Euro). Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf unterm Strich 3,2 Milliarden Dollar.

Insbesondere im Vergleich mit dem Rivalen Yahoo schnitt Google deutlich besser ab. Dort waren die Einnahmen aus der Werbung zum wiederholten Male gefallen. Doch auch Google hat Baustellen: Sowohl im Werbegeschäft als auch bei der Handytochter Motorola waren die Kosten deutlich gestiegen. Motorola schrieb einen höheren Verlust als vor einem Jahr. Google gab zudem mehr Geld für Neuentwicklungen und das Marketing aus.

Page kündigte an, weiterhin Geld in neue Projekte stecken zu wollen. Als Beispiel für den Erfolg eines solchen Projekts führte er das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android auf, das etwa Samsungs Galaxy-Baureihe antreibt. Bis heute seien mehr als 900 Millionen Android-Geräte aktiviert worden, führte er aus.

Zuletzt hatte vor allem die Datenbrille Google Glass für Schlagzeilen und Goldgräberstimmung unter den Entwicklern gesorgt. Im Juni kaufte der Konzern die Verkehrs-App Waze für eine geschätzte Milliarde Dollar. Mit dem Dienst des in Israel gegründeten Start-ups können sich Nutzer gegenseitig über die Verkehrslage informieren.

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