Benutzeroberfläche deutlich überarbeitet

Google liefert großes Update für Android Auto aus

31.07.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Google spielt jetzt das große Update für Android Auto aus. Android Auto wird damit übersichtlicher und schneller bedienbar.

Google hat damit begonnen das große Update für Android Auto auszuspielen. Im Laufe dieser Woche soll das Update alle unterstützten Android-Smartphones erreichen, wie The Verge berichtet.

Das Update bringt eine deutlich überarbeitete Oberfläche mit großen, farbigen Icons, einen App-Launcher, ein neues Notificationcenter (über das Klingelsymbol in der Navigationsleiste immer erreichbar) für Nachrichten und Anrufe und einen Dunkelmodus. Hauptzweck des Updates: Der Fahrer soll Android Auto leichter und schneller bedienen können ohne vom Verkehrsgeschehen abgelenkt zu werden.

Allerdings startet nach einem Druck auf ein Icon nicht immer sofort die entsprechende Anwendung. Bei Spotify ist das zwar so, doch wenn Sie auf das Icon für Google Kalender drücken, dann startet stattdessen der Google Assistant, damit Sie den restlichen Weg durch Ihren Kalender per Sprachsteuerung zurücklegen. Der Google Assistant ist zudem durchwegs über das entsprechende Mikrofon-Icon ganz rechts in der Navigationsleiste erreichbar.

Wichtig: Die Änderungen an der Oberfläche, die dieses Update bringt, betreffen nicht die Stand-Alone-Version von Android Auto, die Sie nur auf dem Smartphone verwenden. Dafür will Google ein separates Update namens „Driving Mode“ bringen, das dann aber über ein Update für den Google Assistant ausgespielt wird.

So sieht das neue Android Auto aus

Android Auto bekommt ein komplett neues Design mit einem neuen standardmäßigen „dark mode“. Die Oberfläche von Android Auto erscheint dadurch deutlich dunkler, die einzelnen Icons und Symbole heben sich farblich akzentuiert deutlich besser vom Hintergrund ab. Insgesamt wirkt das neue Erscheinungsbild erkennbar frischer und moderner, vor allem aber – und das ist im Auto das Wichtigste - übersichtlicher.

Der neue Launcher soll einen leichteren Zugriff auf Apps bieten.
Der neue Launcher soll einen leichteren Zugriff auf Apps bieten.
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Das neue Android Auto soll sich intuitiver bedienen lassen und der Fahrer mit weniger Fingereingaben zum Ziel kommen. Hierzu bekommt Android Auto am unteren Bildschirmrand eine neue Navigationsleiste ("navigation bar"). Darin können nun erstmals auch verschiedene Apps ihre eigenen Bedienelemente ablegen. Damit kann der Fahrer dann Eingaben in den jeweiligen Apps vornehmen, ohne zuvor immer die ganze App öffnen zu müssen.

Oben spielt die Musik, in der Navigationsleiste zeigt Google Maps die nächste Abbiegung an.
Oben spielt die Musik, in der Navigationsleiste zeigt Google Maps die nächste Abbiegung an.
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Zwei Beispiele: Falls gerade die Musik-App den Bildschirm einnimmt und im Hintergrund die Navigation von Google Maps läuft, dann zeigt die Navigationsleiste den nächsten Schritt bei der Turn-by-turn-Navigation an, also zum Beispiel die nächste Abbiegung. Für die Google-Music-App oder Spotify wiederum werden in der Navigationsleiste die Schaltflächen für Play, Pause, Skip etc. angezeigt, falls die Musik-App im Hintergrund läuft und der Bildschirm zum Beispiel von der Navigation eingenommen wird.

Eingehender Anruf
Eingehender Anruf
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Über die neue Navigationsleiste haben Sie außerdem immer Direktzugriff auf den Google Assistant und den Home Button. Ebenfalls überarbeitet wird das Notificationcenter (erreichbar über das Klingel-Icon), das alle jüngsten Nachrichten und Anrufe anzeigt und sofort Reaktionen darauf – also zum Beispiel einen Rückruf oder das Abspielen einer Sprachnachricht - ermöglicht. Einen neuen Launcher für Apps gibt es ebenfalls.

Das neue Notification Center.
Das neue Notification Center.
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Android Auto setzt nach dem Update automatisch das Abspielen von Medien fort und öffnet automatisch die Navigation-App Ihrer Wahl, sobald Sie Ihr Smartphone mit dem Auto verbinden. Falls Sie ein Fahrzeug mit einem breiteren Touchscreen besitzen, passt Android Auto seine Darstellung daran an.

Google will das Update für Android Auto im Laufe des Sommers 2019 an alle kompatiblen Geräte ausliefern.

Android Auto im Test: Funktionen, Apps, Auto-Hersteller

(PC-Welt)