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Deutschland auf Platz zwei

Google gibt Einblick in staatliche Löschanfragen

23.04.2010
Von pte pte
Das "Government Request Tool" zeigt den Usern ab sofort, wie oft die unterschiedlichen Nationen von Google die Löschung von Daten sowie die Herausgabe von Nutzerinformationen verlangen.

Abgebildet wird in Google Government Requests zunächst der Zeitraum von 1. Juli bis 31. Dezember 2009. Wie Google-Sprecher Kay Oberbeck im Gespräch mit pressetext erklärte, sollen die Daten alle sechs Monate aktualisiert werden und in Zukunft noch detaillierter ausfallen. Mit dem Einblick in die staatlichen Anfragen wolle Google mehr Transparenz erreichen und auch eine breitere öffentliche Diskussion anregen, ergänzt er.

Keine Details über Nutzerdaten

Nach Brasilien weist Deutschland die meisten Löschanträge vor.
Nach Brasilien weist Deutschland die meisten Löschanträge vor.
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Google verrät zwar, wie viel Prozent der Löschanfragen pro Land nachgegeben wurde. Es gibt jedoch keine öffentlichen Zahlen dazu, wie oft persönliche Daten von Usern auf Anfrage der Behörden herausgegeben werden. "Diesen Bereich können wir selbst nicht genau eingrenzen, weil es dafür keine Standards, kein Muster gibt. Die Anfrage zu Nutzern fallen völlig unterschiedlich aus und lassen sich daher schwer in Prozent zusammenfassen", erklärt Oberbeck auf Nachfrage von pressetext.

Generell halte sich Google bei Löschung und Herausgabe von Daten jeweils an die im Land geltenden Gesetze sowie die eigenen Nutzungsbedingungen. "Von den Zahlen ausgenommen ist der Bereich Kinderpornografie. Sobald wir hier etwas entdecken, werden Inhalte auch ohne Anfrage der Behörden sofort entfernt", betont der Google-Sprecher. Auch Anfragen wegen Urheberrechtsverletzungen seien nicht einbezogen, da diese zumeist von den Unternehmen selbst kämen und sich die staatlichen Anfragen nur im Promillebereich bewegen würden.

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