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Google Cloud verspricht SAP-Kunden „Zero Downtime“

10.04.2019
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO sowie Chefredakteur der europäischen B2B-Marken von IDG. Er kümmert sich um die inhaltliche Ausrichtung der Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. 

SAPs S/4HANA-Kunden sollen in der GCP keine Ausfälle erleiden

Das waren genau die richtigen Stichworte für Brad Calder, Vice President of Core Infrastructure GCP. "Wenn ein SAP-System ausfällt, steht das ganze Business still", sagte Calder. Solche Downtimes, die dann von Hand beseitigt werden müssten, seien nicht mehr zu akzeptieren. Er beschrieb die neue Funktion "Live-Migration" für Anwender, die ihr SAP S/4HANA-System auf der GPC betreiben wollen. Sie sorge dafür, dass Anwendungen auch in kritischen Situationen verfügbar blieben. Calder versprach sogar "Zero Downtime".

Live-Migration auf der Compute Engine ermöglicht es demnach, VM-Instanzen - bei Google inzwischen bis zu 12 TB groß - auch bei Ereignissen wie Störungen oder Software- und Hardware-Aktualisierungen auszuführen. Laufende VMs werden von einer Host-Maschine auf eine andere übertragen - natürlich in derselben Zone. Dabei bleiben Eigenschaften und Attribute unverändert, das gilt auch für interne und externe IP-Adressen, Metadaten, Betriebssystem- und Anwendungsstatus, Netzwerkeinstellungen etc.

Auch in Sachen Security hat Google dazugelernt. Kunden können anhand von Logdateien detaillierte Informationen darüber erhalten, wer wann auf Daten und Systeme zugegriffen hat - auf Wunsch auch mit Begründung. In sein Cloud-IAM (IAM = Identity und Access Management) und das Cloud Audit Logging hat Google außerdem den in der Cloud gehosteten Verschlüsselungsdienst "Key Management Service" (KMS) integriert. Damit kann eine Vielzahl kryptografischer Schlüssel - auch in Rotation - generiert, verwendet und gelöscht werden. Außerdem bietet die GCP den Hardware Security Module (HSM) Service mit FIPS-140-2-Zertifizierung, um kryptografische Schlüssel sicher zu verwalten.

Marktplatz für Open-Source-Anwendungen in der GCP

Neben der Multicloud-Verwaltungs-Plattform Anthos und den Ausführungen rund um die Verwaltung von Mission-Critical-Anwendungen in der Cloud hatte Google noch eine dritte Neuigkeit parat: Mit dem "Integrated Open Source Ecosystem" soll in der GCP ein Marktplatz für Open-Source-Produkte entstehen. Google verspricht Kunden einen weltweit einheitlichen Support für deren Managed-Service-Produkte, den zentralen Einkauf über eine Google-Rechnung und ein einheitliches User Interface für das Management der Third-Party-Dienste.

"Entwickler können auf der GCP Best-of-Breed-Tools nutzen. Wir wollen sicherstellen, dass die Open-Source-Entwicklung noch mehr Fahrt aufnimmt und ein zusätzliches Vehikel bekommt, um sich zu verbreiten", sagte Kurian. Zu den initialen Partnern gehören MongoDB, Elastic, Confluent, DataStax, InfluxData, Neo4j oder Redis Lab.

Ofer Bengal, CEO von Redis Lab, sagte: "Open-Source-Produkte zu monetarisieren, war immer schon eine Herausforderung. Google verfolgt einen neuen Ansatz. Mit Beiträgen wie Tensorflow oder Kubernetes haben sie bewiesen, dass sie es ernst meinen mit Open Source." Die Integration mit nativen Cloud-Services von Google verspreche neue Geschäfte, außerdem könnten die Anbieter ihre globale Reichweite nochmal erhöhen.