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Global Crossing befürchtet hohe Verluste

27.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Anstatt die Zahlen für das abgelaufene vierte Quartal 2001 bekannt zu geben, wartete der insolvente US-Carrier Global Crossing am Dienstag nur mit Vermutungen auf: Das Unternehmen erklärte, man rechne mit höheren Verlusten als bislang angenommen. Grund seien Goodwill-Abschreibungen und Wertberichtigungen bei immateriellen Vermögenswerten in Höhe von acht Milliarden Dollar sowie Abschreibungen in Höhe von einigen Milliarden Dollar auf Sachwerte. Bei der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal im November vergangenen Jahres hatte das Unternehmen das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) auf minus 150 bis 175 Millionen Euro geschätzt (Computerwoche online berichtete). Der Umsatz soll nun nur 804 Millionen Dollar betragen, das sind rund 20 Millionen Dollar weniger

als vor drei Monaten prognostiziert.

Sein Barvermögen bezifferte der US-Carrier zum 25. Februar mit 1,52 Milliarden Dollar. 492 Millionen Dollar davon gehören Asia Global Crossing. Nachdem Global Crossing bereits am 28. Januar dieses Jahres Gläubigerschutz nach Paragraph elf des US-Konkursrechts beantragt hatte (Computerwoche online berichtete), fürchtet nun auch die asiatische Tochter um ihre Geschäftsfähigkeit. Grund seien hohe Abschreibungen auf eine 64,5-prozentige Beteiligung an Pacific Crossing, die die Höhe des vorhandenen Eigenkapitals übersteigen könnten. Asia Global Crossing, ein 1999 geschlossenes Joint-venture von Global Crossing mit Microsoft und Softbank, rechnet, dass Belastungen von mindestens 232, 6 Millionen Dollar das Ergebnis für das abgelaufene vierte Quartal kräftig rot färben werden. Der Umsatz sei dagegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 29,2 Millionen auf

46,7 Millionen Dollar gestiegen. (mb)