Optische Übertragungssysteme im Feldversuch:

Glasfasern sind schwer anzuzapfen

17.12.1976

MÜNCHEN - Die Nachrichtenübertragung mit optischen Wellen und Lichtleitfasern ist auf dem Weg vom Laborstadium zu ersten Feldversuchssystemen: "Für digitale Übertragungsverfahren mit Geschwindigkeiten bis zu etwa 100 MBit/s stehen die erforderlichen Komponenten mit hinreichenden Spezifikationen zur Verfügung", erklärte S. Maslowski (AEG-Telefunken, Ulm) beim 7. Internationalen Kongreß Mikroelektronik in München. Die Übertragung bei höheren Bitraten ist nach Maslowski noch Gegenstand "intensiver Forschungsarbeiten". Sie konzentrieren sich zur Zeit auf die Weiterentwicklung des Halbleiterlasers.

"Bei optischen Nachrichtenübertragungssystemen der ersten Generation wird die Übertragung mit Lichtwellen, die Verarbeitung aber konventionell elektronisch erfolgen" glaubt Maslowski. "Zukünftige Systeme mit höheren Übertragungsraten benötigen eine weitere Entwicklung insbesondere der optischen Sender. Bei Systemen der fernen Zukunft ist vorstellbar, daß nicht nur die Übertragung, sondern auch die Signalverarbeitung optisch erfolgen wird, wobei monolithisch integrierte optische Schaltungen verwendet werden können."

Als besondere Vorteile der Nachrichtenübertragung mit Glasfasern nannte N. Welburn (ITT, Brüssel): Höhere Sicherheit (nicht-metallische Leitungen); schwer anzuzapfen; keinerlei Funkenbildung; unempfindlich gegen elektrische und magnetische Störungen; eine große Bandbreite; geringer Raumbedarf und niedriges Gewicht. -py