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Giga: Microsoft-Zerschlagung gefährdet Weltwirtschaft

07.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher und Berater der Giga Information Group warnen vor einer Zerschlagung von Microsoft. Diese hätte "erhebliche negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft" zur Folge, meinen die Auguren. Vor allem Verzögerungen bei der Entwicklung neuer Softwareprodukte führten zu Produktivitätsverlusten in der Wirtschaft.

Bis hierher klingen die Ergebnisse, als habe Microsoft die Studie finanziert. Danach geht Giga aber kritischer mit der Gates-Company ins Gericht. Diese werde in jedem Fall an ihrer Maxime "Erst Märkte erobern, dann beherrschen" festhalten. Zuerst würden Wettbewerber mit Niedrigpreisen aus dem Markt gedrängt, anschließend hebe Microsoft das Preisniveau an. Dieses für die Konkurrenz zweifellos unerfreuliche Vorgehen haben dem Verbrauchern zumindest einen drastischen Preisverfall in der Softwarebranche beschert. Dennoch zieht Giga-Frau Laura DiDio ein bitteres Fazit: "Gleichgültig, ob Microsoft aufgebrochen wird oder nicht, werden weder die Regierung noch Microsoft diesen Fall wirklich gewinnen. Das wahre Verbrechen liegt darin, dass auf lange Sicht auch die Anwender und ihre Interessen nicht gewinnen."