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Giga: Der ASP-Markt löst sich in Luft auf

20.08.2001
Aus Sicht der Giga Information Group stellt sich das ASP-Modell heute "ohne sichtbare Zukunft" dar. Statt dessen machten klassische Service- und Outsourcing-Anbieter das Geschäft.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dem Konzept des Application Service Providings (ASP), also des Vermietens von Software über das Netz, wurde noch vor kurzem enormes Wachstums- und Akzeptanzpotenzial zugeschrieben. Nach Ansicht der Giga Information Group erweist sich dies zunehmend als Luftschloss. "Es ist keineswegs zu erwarten, dass sich der ASP-Markt auch nur annähernd den Erwartungen entsprechend entwickeln wird. Vielmehr stellt sich das ASP-Modell heute ohne sichtbare Zukunft dar", bilanziert Analyst David Friedlander. Der Abschied vieler Anbieter signalisiere ein Scheitern des ursprünglichen Geschäftsmodells.

14 ASPs in den USA hätten allein in diesem Jahr ihre Geschäftstätigkeit eingestellt (nach zuvor sechs Anbietern im zweiten Halbjahr 2000), kein einziger der börsennotierten ASPs habe bislang die Gewinnzone erreicht. Als Gründe haben die Auguren zum einen die enorme Kostenintensität bei schwacher Skalierbarkeit des "One-to-Many"-Hostings, zum anderen die durch den steigenden Wettbewerbsdruck in ihrer Preisgestaltung wesentlich verhandlungsfreundlicheren traditionellen Service- und Outsourcing-Anbieter ausgemacht.

Giga geht daher davon aus, dass im Laufe der kommenden zwölf bis 18 Monate einige der größeren Outsourcer die Marktführerschaft übernehmen. Lediglich das Mittelstandssegment würden dann demnach noch so genannte Tier-2-Anbieter und einige wenige reine ASPs adressieren. Die größten Chancen räumen die Auguren hier Anbietern ein, die sich auf vertikale Lösungen konzentrieren.