Stanford-Studie Ober Auswirkungen der DV auf den Arbeitsmarkt:

Geringere Qualifikation sichert Jobs

08.04.1983

STANFORD (VWD) - Roboter und Computer könnten in den nächsten Jahren bis zu drei Millionen Arbeitskräfte ersetzen. Wer auf Jobsicherheit Wert legt, sollte sich nach einem Beruf mit geringen Ausbildungsanforderungen Umgehen. Zu dieser eher überraschenden Folgerung kommt ein Forscherteam der Stanford University in Kalifornien.

Die Wissenschaftler untermauern ihre These mit folgenden Zahlen: Die Vereinigten Staaten benötigen in den nächsten Jahren rund 600 000 Hausmeister und Küster, dem stehe ein Bedarf von "nur" 200 000 DV-Spezialisten gegenüber. In Schnellrestaurants und als Küchenhelfer würden 800 000 Arbeitskräfte gebraucht gegenüber 150 000 Programmierern. Insgesamt werden die Arbeitnehmer in den technologischen Berufen 1990 - so prognostizieren die Forscher aus Stanford nur sieben Prozent aller Beschäftigten ausmachen.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verlaufe ähnlich wie in der Phase der Mechanisierung. Zunächst würden relativ viele hochqualifizierte Arbeitskräfte gebraucht. Wenn "die Maschinen einmal laufen", werde dieser Bedarf deutlich abnehmen. Eine immer weiter entwickelte Software werde immer weniger tatsächliche DV-Kennntisse erfordern.

Ein Mitglied des Wissenschaftlerteams verglich die Entwicklung mit der des Automobils: Obwohl die Autos an sich technisch immer komplizierter würden, sei für das Fahren eines Wagens kein technisches Verständnis mehr nötig.