Versteckte Botschaften

Geheimcodes in Arbeitszeugnissen

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Was steckt wirklich hinter den Formulierungen der Personalabteilungen im Arbeitszeugnis? Hier können Sie die versteckten Botschaften im Arbeitszeugnis entschlüsseln und die Muster erkennen.

In Arbeitszeugnissen wimmelt es von Doppeldeutigkeiten. Doch was steckt wirklich hinter den Formulierungen der Personalabteilungen? Anhand des Buches "Arbeitszeugnisse für Führungskräfte" von Thorsten Knobbe, Mario Leis und Karsten Umnuß in der 6. Auflage erschienen bei Haufe, haben wir für Sie die 40 wichtigsten Phrasen und deren Übersetzung zusammengestellt.

Allerdings müssen die vorgestellten Formulierungen nicht zwangläufig etwas Negatives bedeuten. So kann es auch an der eingeschränkten Formulierungskunst des Zeugnisausstellers liegen, dass manche Aussagen missverständlich sind. Manchmal entscheiden eben Nuancen über den Sinn. Wenn beispielsweise im Zeugnis steht, dass der Mitarbeiter mit "Fleiß und Interesse" bei der Sache war, was sich in "glänzenden Ergebnissen widergespiegelt" hat, dann ist das in Ordnung. Fehlt die zweite Passage, handelt es sich um ein codierte Formulierung, die dem Mitarbeiter zwar Fleiß bescheinigt, doch die Ergebnisse waren nicht zufrieden stellend.

Taucht also eine der folgenden Formulierungen in einem Arbeitszeugnis auf, sollte sich der Verfasser fragen, ob er es wirklich so meint. Schnell hat man einem an sich guten Mitarbeiter die Chancen für ein berufliches Weiterkommen verbaut. Wenn man im eigenen Arbeitszeugnis auf diese Phrasen stößt, sollte man umgehend das Gespräch mit der Personalabteilung suchen. Signalisiert der Arbeitgeber kein Entgegenkommen, gibt es durchaus die Möglichkeit, ein entsprechendes Arbeitzeugnis einzuklagen.

 

Stefan Schiele

Es geht ja nicht darum, das man einem ehemaligen Mitarbeiter etwas schlechtes tun möchte!
Es ist doch wie z.B. bei Restaurantkritik. Wenn ich hier nichts negatives schreiben darf, da ja davon auch Löhne und Gehälter der Mitarbeiter des Restaurant abhängt, dann brauche man keine Kritik zu schreiben oder zu lesen.
Genauso verhält es sich mit dem Mitarbeiterzeugnis. Wenn ich jemanden bescheinige, das er selbstständig eine einwandfreie Arbeit im vorgegebenen Kostenfenster abliefern kann, dann muss sich der zukünftige Arbeitgeber darauf verlassen können, da ansonsten im Worstcase die Existenz der neuen Firma auf dem Spiel steht.
Man sollte endlich aufhören so zu tun, als ob alle Menschen das gleiche leisten können! Nicht jeder Fußballer hat Bundesligaformat. Genauso ist das mit der Qualität der Arbeitnehmer. Auch hier gibt es unterschiedliche Leistungsstufen.
Wichtig ist vielmehr, das sich ein Arbeitnehmer selber korrekt einzuschätzen vermag und dementsprechend vom Arbeitgeber eingesetzt. Dadurch vermeidet man unnötigen Erwartungsdruck und Streß. Mit Sicherheit auch ein Baustein, welcher mit der heute immer mehr zunehmenden „Burn-Out“ Diagnostik zusammenhängt.

Sascha Thattil

Ein Mitarbeiter hat heutzutage das Recht auf ein gutes Arbeitszeugnis. Daher sollte man, als Mitarbeiter, immer darauf schauen, was im Zeugnis genau steht und welche Formulierungen vorkommen. In den meisten Fällen kann man den Arbeigeber fragen, hier Änderungen vorzunehmen.

Ob das nun gut oder schlecht ist, bleibt dahingestellt. Denn dadurch fehlt dem nächsten Unternehmen, dass den Mitarbeiter einstellt oftmals die Entscheidungsgrundlage.

Auf der anderen Seite: Warum sollte ein Arbeitgeber wollen, dass der Mitarbeiter einen schlechten Stand bei seinem nächsten Bewerbungsgespräch hat.

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