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Gauss Interprise mit Umsatz- und Verlustrückgang

31.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Hamburger Softwareschmiede Gauss Interprise AG konnte ihre Verluste im Geschäftsjahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr deutlich senken: Nachdem es dem Unternehmen gelungen war, die Betriebskosten um rund 29 Prozent auf 28,6 Millionen Euro zu reduzieren, ging das Defizit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber 2001 von 25,3 Millionen auf 2,4 Millionen Euro zurück. Das eigentliche Ziel der Break-even-Initiative, im Gesamtjahr 2002 einen EBITDA-Gewinn zu erzielen, wurde aber - wie befürchtet - verfehlt. Aufgrund von Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 6,1 Millionen Euro, die aufgrund der neuen Bilanzierungsmethode FAS 142 anfielen, wies Gauss Interprise unter dem Strich einen Fehlbetrag von 14,8 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatten die Hamburger noch einen Nettoverlust von 39,3 Millionen Euro zu beklagen.

Bedingt durch die schwache Konjunktur und die Abwertung des Dollars sank allerdings auch der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent von 32,8 Millionen auf 29,4 Millionen Euro. Dabei kletterten die Wartungs- und Serviceeinnahmen von 14,2 Millionen auf 17 Millionen Euro, während die Lizenzerlöse von 16,2 Millionen auf 10,2 Millionen Euro zurückgingen. Den Großteil der Erlöse erzielte die inzwischen profitable US-Tochter mit 61 Prozent, ein Viertel der Einnahmen entfiel auf Deutschland, 14 Prozent auf Resteuropa.

Durch die Begehung von Wandelanleihen zum Jahreswechsel 20001/2002 und im Oktober 2002 sowie den Verkauf von Anteilen der US-Tochter an die Beteiligungsgesellschaft IKB Private Equity GmbH konnte Gauss seine Finanzlage nach eigenen Angaben deutlich verbessern. Die liquiden Mittel zum 31. Dezember erhöhten sich gegenüber dem Vorjahrestermin von zwei Millionen auf rund fünf Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Management mit Einnahmen auf Vorjahresniveau, dabei soll jedoch ein positives EBITDA-Ergebnis erzielt werden. Die negativen Auswirkungen des Irak-Kriegs auf die Wirtschaft in Europa und Amerika sowie insbesondere auf die IT-Branche seien aber schwer abzuschätzen, so Gauss. (mb)