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Gateway zieht sich in die USA zurück

29.08.2001
Gateway-CEO Ted Waitt hofft auf Erfolg als US-only-Anbieter. Sein Unternehmen streicht 5000 Stellen und zieht sich aus dem Auslandsgeschäft zurück. Im vierten Quartal will man wieder schwarze Zahlen schreiben.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische PC-Direktanbieter Gateway zieht sich aus dem Geschäft in Asien, Australien und wohl auch Europa zurück und streicht 25 Prozent seiner Stellen. Insgesamt fallen rund 5000 Arbeitsplätze weg, dafür sollen im laufenden dritten Quartal bis zu 475 Millionen Dollar als Sonderbelastung abgeschrieben werden. Mit Gewerkschaften in England und Irland wird derzeit noch verhandelt, die Hoffnung auf eine Weiterführung des dortigen Betriebs sind aber minimal.

Aber auch in den USA selbst dreht der Hersteller an der Kostenschraube und schließt unter anderem eine Fertigungsstätte in Salt Lake City sowie Vertriebs- und Supportniederlassungen in den Bundesstaaten Kalifornien, South Dakota, Utah sowie Virginia. Aus dem Kanadageschäft hatte sich Gateway bereits zuvor verabschiedet. "Wir müssen kein Global Player sein, um Erfolg zu haben", erklärte der alte und neue CEO (Chief Executive Officer) Ted Waitt. "Außerhalb der Staaten mangelt es uns an Brand Awareness oder ausreichender Präsenz."

Durch die "Gesundschrumpfung" will Gateway bis zu 300 Millionen Dollar pro Jahr einsparen und damit bereits im kommenden vierten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückkehren. CFO Joseph Burke geht davon aus, das nicht zuletzt dank Windows XP der US-PC-Markt in der zweiten Jahreshälfte wieder merklich anzieht. Die Anwender reagierten trotz der Massenentlassungen erfreut, die Gateway-Aktie stieg nach Bekanntwerden der Pläne nachbörslich um 8,5 Prozent auf 9,33 Dollar.