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Gateway enttäuscht Wallstreet, feuert 3000 Mitarbeiter

12.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der PC-Direktanbieter Gateway blieb mit seinem Ergebnis für das vierte Fiskalquartal 2000 hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Das US-Unternehmen wies aufgrund außergewöhnlicher Belastungen (Investitionsabschreibungen) einen Nettoverlust von 94,3 Millionen Dollar aus; im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte Gateway noch ein Plus von 126 Millionen Dollar gemeldet. Der operative Gewinn beläuft sich auf 37,6 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Aktie. Marktexperten hatten mit einem Profit von 37 Cent pro Anteilschein gerechnet. Statt des noch im Oktober 2000 prognostizierten Umsatzwachstums von 18 Prozent musste die Company gegenüber dem Vorjahresquartal einen Einbruch um sieben Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar hinnehmen. Die PC-Absatzzahlen fielen im vierten Quartal um 15 Prozent.

Insgesamt nahm Gateway im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,7 Milliarden Dollar ein. Das sind 28 Prozent mehr als noch 1999. Das Nettoergebnis sank von 428 auf 316 Millionen Dollar. Im ersten Fiskalquartal 2001 erwartet Gateway Einnahmen von 2,14 Milliarden Dollar und für das gesamte Fiskaljahr eine nur dreiprozentige Umsatzsteigerung gegenüber dem Jahr 2000.

Aus der Krise soll nun eine umfassende Restrukturierung führen. Gateway will 3000 oder 12,5 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen sowie seine Vertriebs- und Produktionseinheiten neu ordnen. Das Unternehmen rechnet für diese Maßnahmen mit Belastungen von 50 Millionen Dollar im ersten Fiskalquartal 2001.

Die Aktie des Herstellers, die vor der Veröffentlichung der Ergebnisse um 2,96 auf 22,90 Dollar gestiegen war, sackte im nachbörslichen Handel am gestrigen Donnerstag auf 20 Dollar ab.