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Gates: Eine Einigung ist denkbar

25.03.1999
Antitrust-Prozeß gegen Microsoft

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft-Chef Bill Gates wäre nicht abgeneigt, den Kartellrechtsprozeß gegen sein Unternehmen außergerichtlich beizulegen. Allerdings nur unter einer Bedingung: Microsoft behalte sich auf jeden Fall das Recht vor, auch künftig neue Technologie in seine Windows-Betriebssysteme zu integrieren. "So lange wir das dürfen, wollen wir eine Einigung", erklärte Gates im Rahmen einer Investoren-Konferenz in New York.

Microsoft hat bereits einen ersten Vorschlag für eine Übereinkunft an verschiedene Beteiligte des Verfahrens geschickt, das vom US-Justizministerium (Department of Justice = DOJ) und 19 einzelnen US-Bundesstaaten angestrengt worden war. Bislang hat sich allerdings nur Bill Lockyer, Generalstaatsanwalt von Kalifornien, zu dem Papier geäußert. Er erklärte, es handele sich "um ein absolut minimales Eröffnungsangebot", das "meilenweit von dem entfernt ist, was irgend jemand von uns als angemessen akzeptieren würde."

Unterdes mehren sich die Stimmen, die eine Zerschlagung des Softwareriesen fordern. So hat sich auch die Computer & Communications Industry Association (CCIA) zu den Verbänden gesellt, denen Microsoft zu groß geworden ist. In einem Entwurf, der in Kürze veröffentlicht werden soll, macht sich die Organisation, der unter anderem AT&T und Sun Microsystems angehören, Gedanken um eine mögliche Aufteilung der Gates-Company. Dem Vernehmen nach schlägt das Papier sowohl eine Aufteilung anhand der vorhandenen Produktlinien als auch die Einrichtung mehrerer rivalisierender Unternehmen in ähnlichen Märkten vor.