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Gates-Aussage: Richter konnte sich das Lachen nicht verkneifen

17.11.1998
Von Michael Hufelschulte
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Als im Kartellprozeß noch einmal Ausschnitte von Bill Gates Videoaussage vorgespielt wurden, konnte sich Richter Thomas Jackson das Lachen nicht verkneifen. 50 Minuten lang ergossen sich der Microsoft-Chef und der Anwalt der Regierung Boies in haarspalterischen Interpretationen von E-Mails und Memos. Anscheinend wollte Gates nicht zugeben, daß sich die Aktivitäten seines Unternehmens im Browser-Markt primär gegen den Mitbewerber Netscape richteten. So sollte der Microsoft-Chef zu einer E-Mail Stellung nehmen, die er an einen seiner Mitarbeiter geschrieben hatte: "Marktanteile im Browser-Markt zu gewinnen, ist für uns sehr, sehr wichtig." Boies wollte von Gates wissen, von welchem Wettbewerber hier die Rede sei. Doch Gates wich der Frage aus. "Es ist in diesem Zusammenhang nicht von einer bestimmten Firma die Rede". Aber der Anwalt gab nicht auf: "Wenn es darum geht, Marktanteile im Browser-Bereich zu gewinnen, dann bedeutet es doch, daß es eine Firma gibt, die Browser herstellt und mit denen sie ihre Marktanteile vergleichen, oder?" "Sie verwirren mich mit ihren Fragen", antwortete daraufhin der Microsoft-Boß.