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Gartner: Weltweite Server-Umsätze wachsen minimal

05.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gartner hat Zahlen zum weltweiten Server-Markt im dritten Quartal veröffentlicht. Die Einnahmen stiegen demnach im Jahresvergleich um 0,6 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar, getrieben von einem Plus der ausgelieferten Stückzahlen um 23 Prozent (was einen Trend zu kleineren und preiswerteren Maschinen verdeutlicht). Ein deutlicheres Umsatzplus ist laut Analyst Joseph Gonzales erst denkbar, wenn mehr Kunden wieder Midrange- und Enterprise-Systeme upgraden, was derzeit nicht passiert.

Über alle Plattformen und Architekturen hinweg war IBM im dritten Quartal der führende Hersteller mit 3,5 Milliarden Dollar Umsatz (plus 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahres- und plus 9,9 Prozent gegenüber dem vorhergehenden zweiten Quartal). HP kommt mit 3,1 Milliarden Dollar auf Platz (plus ein Prozent year-on-year, sequentiell plus zwei Prozent). Auf Rang drei hält sich Sun Microsystems mit 1,2 Milliarden Dollar Umsatz. Allerdings gingen die Einnahmen der McNealy-Firma im Jahresvergleich um 14,2 Prozent und gegenüber dem Q2 um 20,7 Prozent zurück. Direktanbieter Dell steigerte seinen Umsatz um 21,8 Prozent auf 992 Millionen Dollar und legte damit das stärkste Wachstum aller Anbieter hin.

Das Windows-Segment wuchs um zwölf Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar Umsatz und machte damit 34 Prozent des Gesamtmarkts aus (hier machen sich teilweise Upgrades älterer Windows-NT- und -2000-Maschinen auf Windows Server 2003 bemerkbar). HP führt in diesem Bereich mit 1,3 Milliarden Dollar Umsatz (plus 9,6 Prozent). Dahinter folgt Dell mit 735 Millionen Dollar (plus 22,1 Prozent), Rang drei belegt IBM mit 686 Millionen Dollar (plus 11,8 Prozent).

Die Unix-Plattformen - vor allem Solaris, HP-UX und AIX - lieferten einmal mehr den meisten Umsatz ab, wenn auch nur knapp: In diesem Segment nahmen die Anbieter noch 3,9 Milliarden Dollar ein, 4,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. HP holte sich dank guter Superdome-Verkäufe den ersten Platz, auch wenn seine Einnahmen um 3,2 Prozent zurückgingen. Sun verlor im Unix-Segment seine gewohnte Führungsposition und landete mit Einnahmen von 1,2 Milliarden Dollar (minus 14,7 Prozent) auf Platz zwei. IBM steigerte sich um fünf Prozent auf 977 Millionen Dollar.

Das stärkste Wachstum verzeichneten die Auguren im Linux-Marktsegment, das um 39,6 Prozent auf 817 Millionen Dollar Umsatz zulegte. Von Windows oder Unix sind diese Einnahmen aber auch weiterhin weit entfernt. Den Markt dominiert hier IBM (260 Millionen Dollar Umsatz) vor HP (234 Millionen Dollar) und Dell (128 Millionen Dollar). Der Rest des Marktes mit immerhin 2,6 Milliarden Dollar Umsatz entfällt auf proprietäre Maschinen (IBM MVS und OS/400, HP OpenVMS, Unisys-Mainframes usw.), zwei Drittel der Einnahmen gingen hier an Big Blue. (tc)