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Gartner warnt: Microsoft hat OEM-Lizenzierung geändert

01.08.2000
60 Prozent aller Unternehmen betroffen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Berater von Gartner machen auf ein interessantes Problem aufmerksam: Microsoft hat offenbar heimlich, still und leise seine Lizenzpolitik so abgeändert, dass geschätzte 60 Prozent der Unternehmensanwender plötzlich gegen ihre OEM-Lizenzverträge verstoßen.

Hintergrund ist folgender: In vielen Firmen ist es gängige Praxis, dass die von einem OEM (zum Beispiel Compaq, Dell oder IBM) samt Betriebssystem gekauften PCs vor ihrem Einsatz mit einem standardisierten Software-Image aus OS und Anwendungen bespielt werden. Bislang war dies im Rahmen von Microsofts "Select"-Programm auch kein Problem. Nun fordert der Hersteller allerdings in einem aktuellen FAQ-Dokument (Frequently Asked Questions) - auch der Vertrieb wurde laut Gartner augenscheinlich bereits uminstruiert - für jeden Rechner den Kauf einer so genannten "Upgrade Protection". Dies gilt sogar dann, wenn das via Image aufgespielte Betriebssystem mit der vom OEM gelieferten Version identisch ist.

Mit dem Erwerb einer solch legalisierenden Upgrade-Lizenz wird der Kunde Lizenzpartner von Microsoft. Leider verliert er aber damit seinen Anspruch auf Betriebssystem-Support durch den Rechnerhersteller. An Microsoft kann er sich mit eventuellen Problemen auch nicht wenden, denn die Upgrade Protection beinhaltet keinerlei technische Unterstützung - diese gibt es nur kostenpflichtig für rund 375 Dollar je Anfrage. Weitere Details finden sich auf der Gartner-Site.