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Gartner: Pocket PC 2002 nicht sicher genug

23.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In einer kürzlich veröffentlichten Research Note warnt Gartner, Handhelds auf Basis von Microsofts Betriebssystem "Pocket PC 2002" seien nicht sicher genug und könnten sensible Firmendaten der Gefahr von Diebstahl oder Verlust aussetzen. Um ihre Informationen entsprechend zu sichern, empfehlen die Experten den Einsatz von Third-Party-Produkten.

Microsoft hat dem bereits widersprochen. "Gartner schiebt fälschlicherweise dem Pocket PC potenzielle Sicherheitslecks in die Schuhe, die in Wahrheit aus unsicherem Umgang mit dem Desktop-PC resultieren", erklärte Konzernsprecherin Bridget Yau in einer E-Mail. Gartner hatte in seiner Notiz unter anderem darauf hingewiesen, dass Pocket PC 2002 bislang nicht von Bill Gates' Anfang des Jahres ausgerufener Initiative "Trustworthy Computing" sei und erst mit der nächsten Version, die den Auguren zufolge in 18 bis 24 Monaten ins Haus steht, in Sachen Security verbessert werde.

Dies bremse die Verbreitung der mobilen Endgeräte in Firmen. Gartner bemängelt verschiedene Details des Microsoft-Handheld-Betriebssystem. Zuvorderst erfordere die Voreinstellung kein Passwort, und die Passwort-Policy lasse sich nicht mit dem Desktop abgleichen. Außerdem ließen sich die Konfigurationseinstellungen nicht sichern und gingen bei einem Reset verloren. Folgende Schwachstellen hat Gartner außerdem identifiziert:

ein Pocket PC lasse sich an einem Desktop ohne Passwort installieren und erhalte Zugriff auf Daten in Outlook und anderen Anwendungen;

Nutzer könnten mit dem in Pocket PC enthaltenen Crypto-API keine Dateien verschlüsseln;

es gebe keine Sicherheitsmechanismen für Wechselspeicher wie Speicherkarten, und

es gebe keine Policy-Features, über die sich die Ausführung von Anwendungen auf dem Handheld beschränken lasse.

Yau bezeichnete die Möglichkeit der passwortlosen Installation mit Zugang zu Outlook-Daten als "inkorrekt". "Ein Pocket PC lässt sich nicht ohne Passwort an einem passwortgeschützten PC installieren", erklärte die Microsoft-Frau. " In anderen Bereichen stimmte sie mit Gartner überein, dass Produkte von Drittanbietern viele der Probleme lösen könnten. Gartner fordert trotzdem vom Hersteller baldige Nachbesserung. "Diese Lösungen kosten extra und sind oftmals nicht in lokalisierten Versionen erhältlich", heißt es in der Research Note. (tc)