Gartner Group: Client-Server-Techniken wenig im Einsatz Wachsende Komplexitaet staerkt den Einfluss der DV-Abteilungen

17.06.1994

KOELN (gfh) - Die oft gescholtenen DV-Abteilungen gewinnen nach Ansicht von Frank Sempert, Geschaeftsfuehrer des Marktforschungsunternehmens Gartner Group, wieder an Bedeutung. So sei zu erwarten, dass die Mission-critical-Anwendungen angesichts der wachsenden Komplexitaet der Datenverarbeitung wieder zentralisiert werden.

Nach Ansicht von Sempert existiert Client-Server-Technik bisher vor allem in den Hochglanzbroschueren der Marketiers, sie werde sich aber mittelfristig zu einer wichtigen Software-Architektur fuer Plattform-Interoperabilitaet entwickeln. Vorher muessten die Anwender jedoch die Illusion aufgeben, man koenne offene Systeme kaufen.

Zum Scheitern verurteilt sind laut Sempert auch Versuche, mit Hilfe von Objekten einen Markt fuer Komponenten zu schaffen, mit denen Anwender ihre DV-Umgebungen durch einfaches Anklinken erweitern koennen. In dieser Situation faellt den DV-Abteilungen die Aufgabe zu, die immer heterogener werdenden Umgebungen zu integrieren und die als "mission critical" geltenden Daten-Server wieder zu zentralisieren.

Sempert will mit diesen Ansichten keineswegs den Eindruck vermitteln, die Gartner Group stehe dem DV-Fortschritt misstrauisch gegenueber. Vielmehr teile das Marktforschungsunternehmen die Vision vieler von unternehmensweiter Interoperabilitaet auf Software-Basis, bei der Middleware und Systemintegration wichtige Rollen spielen. Gerade deshalb sei man auf die Erfahrungen und die zentrale Organisationsform der DV-Abteilungen angewiesen.