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Gartner bilanziert den Server-Markt im zweiten Quartal

17.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach der IDC hat gestern auch Gartner seine Zahlen zum weltweiten und US-Server-Markt im zweiten Quartal 2003 veröffentlicht. Diese sehen gleichfalls IBM global auf dem ersten Platz. Big Blue erzielte demnach 3,23 Milliarden Dollar Umsatz, das sind acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und gut für 30,7 Prozent Anteil am Gesamtmarkt von 10,52 Milliarden Dollar, was wiederum einem Wachstum von nur 1,3 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht. Dahinter folgt HP, das seine Einnahmen im zweiten Quartal um lediglich 1,6 Prozent auf 2,84 Milliarden Dollar steigerte. Der resultierende Marktanteil von 27 Prozent entsprach quasi dem aus dem Vorjahreszeitraum.

Für Sun ging es beim Umsatz um 21,4 Prozent abwärts auf 1,46 Milliarden Dollar, in der Folge sank der Marktanteil um vier auf 13,9 Prozentpunkte. Suns Produktmix verlagert sich zunehmend in Richtung Einstiegs- und V-Series-Server, was sich laut Gartner über und unterm Strich bemerkbar macht. Direktanbieter Dell konnte seine Einnahmen um 22 Prozent auf 934 Millionen Dollar und seinen Market Share um 1,5 auf neun Prozent steigern. Alle übrigen Hersteller zusammen erreichten gerade noch zwei Milliarden Dollar Umsatz (plus vier Prozent gegenüber Vorjahr).

Im Unix-Segment mit insgesamt knapp 4,1 Milliarden Dollar Umsatz steigerte IBM seinen Marktanteil um fünf Prozent auf 22,8 Prozent. Bei den Einnahmen legten die Armonker um 18,9 Prozent auf 934 Millionen Dollar zu. Unangefochtener Marktführer bleibt hier Sun Microsystems mit 1,46 Milliarden Dollar Umsatz (s.o.). Allerdings büßte die McNealy-Firma 6,6 Prozent Marktanteil ein auf 35,6 Prozent. Trotz Problemen im Midrange-Kerngeschäft und nur noch 1,29 Milliarden Dollar Umsatz (minus 7,1 Prozent) konnte HP seinen Marktanteil leicht steigern. Den verbleibenden Rest von 409 Millionen Dollar des Marktes teilen sich die übrigen Anbieter.

Der Fiorina-Konzern führt trotz eines um knapp drei Prozent gesunkenen Marktanteils weiterhin das Marktsegment der Intel-basierenden Server mit einem Gesamtvolumen von 4,5 Milliarden Dollar an. HP setzte hier 1,42 Milliarden Dollar um, die für 31,6 Prozent Market Share gut waren. Bereits auf Platz zwei findet sich Dell mit 944 Millionen Dollar Umsatz (plus 22 Prozent) und 21 Prozent Marktanteil. Auch IBM konnte ordentlich zulegen und steigerte seine Einnahmen um 23,7 Prozent auf 776 Millionen Dollar sowie seinen Marktanteil auf 17,2 Prozent (plus 1,1 Prozent).

Im US-Markt fuhr IBM 1,27 Milliarden Dollar ein und HP 1,09 Milliarden, das bedeutet 30,1 und 25,6 Prozent Marktanteil. IBM legte dabei um 15,7 Prozent zu und HP im 14,3 Prozent - was also HP falsch macht, macht es aus Sicht von "Computerwire" außerhalb der USA falsch. Insgesamt wuchs der US-Markt um 4,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Wenn ein Hersteller noch dazu bei angespannter Wirtschaftslage drei mal stärker zulegt - wie sowohl IBM als auch HP -, stellt sich die Frage, was da eigentlich los ist.

Ein Grund könnte laut Gartner der massive Einbruch von Sun auf dem US-Markt sein. Der Hersteller aus Palo Alto setzte mit 640 Millionen Dollar im Jahresvergleich 32,3 Prozent weniger um, was sich nicht mehr allein mit einem veränderten Produktmix begründen lässt. Im gesamten US-Markt verlor Sun 8,2 Prozentpunkte Marktanteil, und im angestammten Untersegment Unix-Server sogar 14,6 Prozent. Eine dramatische, ja "schockierende" Veränderung, wie "Computerwire" konstatiert.

Dell kam als Viertplatzierter im US-Markt auf 555 Millionen Dollar Umsatz (plus 18,6 Prozent) und einen Marktanteil von 13,1 Prozent. Alle übrigen Hersteller legten in den Vereinigten Staaten laut Gartner um 16,2 Prozent auf Einnahmen von 680 Millionen Dollar und teilten die verbleibenden 16 Prozent des Marktes unter sich auf. (tc)