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Ganswindt darf Weihnachten nach Hause

22.12.2006
Im Siemens-Korruptionsskandal dürfen alle Beschuldigten, also auch der ehemalige Chef der Com-Sparte Thomas Ganswindt, die Feiertage zu Hause verbringen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist bereits ein halbes Dutzende ehemaliger Siemens-Manager aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Auch für Ganswindt sei ein Haftverschonungsbeschluss erlassen worden. Der Topmanager hatte der Tageszeitung zufolge zuvor ausgesagt, er habe von illegalen Provisionszahlungen Kenntnis gehabt, allerdings weder die Details des Schwarzgeld-Systems noch das Ausmaß der Geldschiebereien gekannt.

Im Haftbefehl soll Ganswindt konzediert worden sein, das System der schwarzen Kassen tatsächlich nicht gekannt zu haben. Allerdings soll er seine schützende Hand über die Geldschieber gehalten haben - eine Behauptung, die der Beschuldigte nicht bestätigt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass das Netzwerk der in den Korruptionsskandal involvierten Mitarbeiter größer war als vor Beginn der Untersuchungen angenommen. Beispielsweise soll erwogen worden sein, die schwarzen Kassen von der Schweiz nach Singapur zu transferieren, weil dort das Bankgeheimnis noch sicherer sei. (hv)