Spielemesse und Jobmesse

Gamescom als Rekrutierungsstandort für Konzerne

04.09.2017
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Mit über 350.000 Besuchern feiert die Spielemesse in Köln einen neuen Besucherrekord. Auch die Zahl der Aussteller erreichte mit 919 einen neuen Höchststand. Trotz des gigantischen Angebotes an Spielen kamen die Unternehmen, die "nur" Jobs im Angebot hatten, ebenfalls auf ihre Kosten.

Mehr Fläche, mehr Aussteller und mehr Besucher: Die gamescom 2017 endete Ende August mit einem neuen Besucherrekord. Insgesamt zählte die Messe Köln über 350.000 Besucher aus 106 Ländern und knackte damit besucherseitig erstmals die "100-Länder-Marke"; unterstrich so ihre internationale Bedeutung. Mit 30.700 Fachbesuchern verzeichnete die gamescom einen leichten Zuwachs im Vergleich zu 2016 und bestätigt ihre Position als Europas Nummer 1 Businessplattform der Gaming-Branche.

Auch in punkto Ausstellerzahl und Internationalität setzte die Messe Bestmarken: 919 ausstellende Unternehmen (+5 Prozent) aus 54 Ländern waren in den Kölner Messehallen vertreten. Erstmals besuchte die Bundeskanzlerin die Messe, was Felix Falk, Geschäftsführer des BIU, dem Verband der deutschen Games-Branche und Träger der gamescom besonders erfreute: "Die Eröffnung durch Angela Merkel sowie die erstklassig besetzte Wahlkampf-Arena verdeutlichten sowohl den einmaligen Erfolg der gamescom als auch die deutlich gestiegene Anerkennung von Games als wichtigem Wirtschaftsfaktor, Innovationstreiber und Kulturgut."

Auf dem sehr gut besuchten IDG-Karrierestand auf der gamescom konnten sich die Besucher über Einstiegsmöglichkeiten auch jenseits der Spielebranche informieren.
Auf dem sehr gut besuchten IDG-Karrierestand auf der gamescom konnten sich die Besucher über Einstiegsmöglichkeiten auch jenseits der Spielebranche informieren.
Foto: Foto Vogt

(Noch) ein Randthema, aber immer wichtiger dürfte das Thema Karriere und Personal werden, davon sind die Aussteller des vom Medienhaus IDG organisierten Bereichs jobs&karriere überzeugt, die sich ebenfalls sehr zufrieden, zum Teil euphorisch über ihre - zumindest bei einigen war dies der Fall - erstmalige Teilnahme an dieser Veranstaltung äußerten. Denn das ist das zusätzlich Besondere an diesem Jobausstellungsstand: Es sind große Konzerne, Anwenderfirmen wie Daimler, Aldi und Rohde & Schwarz, aber auch Behörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz oder der Personaldienstleister Hays und die Freaks4U Gaming Gmbh, die auf sich aufmerksam machen wollen.

Ein Daimler-Personaler sagt zurecht: "Hier finden wir genau unsere junge Zielgruppe, wir haben nämlich Angebote für künftige Azubis, für Abiturienten, Absolventen, Einsteiger." Er wundere sich, dass so wenig große Unternehmen dieses Angebot wahrnehmen. Mehr junge Leute, die idealerweise noch technikaffin sind - im Alter zwischen 15 und 25 - fände man sonst nirgends. Eine CebIT in Hannover oder die jetzt beginnende IFA in Berlin locke bei Weitem nicht so viele junge Menschen an. Für Aldi sei Köln und diese Messe der ideale Rekrutierungsstandort, zumal die IT in Mühlheim sitzt, berichtet die Personalerin. Außerdem wolle man den jungen Leuten zeigen, dass es auch in Anwenderunternehmen, im Handel zum Beispiel, sehr attraktive Aufgaben gäbe. Das gilt auf jeden Fall auch für den Verfassungsschutz, der im Zuge der ganzen Sicherheitsdiskussion und Vorfälle viele Spezialisten im Security-Umfeld einstellt. Einer der Standmitarbeiter freute sich darüber, dass er über 400 Gespräche am Tag führte, ein Ergebnis, mit dem er nie gerechnet hatte, wie er zugibt.

Spätestens als die Youtuber Max Knabe (außen links) und Maxim Markow (zweiter von links) über Einstiegsmöglichkeiten in ihre Berufswelt erzählten, war kein Platz (auch nicht zum Stehen) mehr frei (dritter von links steht Hendrik Ruhe von Freaks 4U Gaming und die Personalerin des Unternehmens, Ayla Tolan).
Spätestens als die Youtuber Max Knabe (außen links) und Maxim Markow (zweiter von links) über Einstiegsmöglichkeiten in ihre Berufswelt erzählten, war kein Platz (auch nicht zum Stehen) mehr frei (dritter von links steht Hendrik Ruhe von Freaks 4U Gaming und die Personalerin des Unternehmens, Ayla Tolan).
Foto: Foto Vogt

Zusätzlich konnten die ausstellenden Firmen aus dem Bereich jobs&karriere die zentrale Bühne der Halle nutzen, um ihr Unternehmen vorzustellen, ihre Erwartungen an die künftigen Mitarbeiter zu formulieren und über Aufgaben und Jobs zu berichten. Auch diese Vorträge waren gut besucht, manchmal blieb kein Platz leer. Selbst als die traditionsreiche IG-Metall ihre Gehaltsstudie vorstellte und über Verdienstmöglichkeiten der jungen Generation referierte, herrschte begeistert Stimmung in der Bude. Den Höhepunkt bildeten zweifellos die Youtuber Max Knabe und Maxim Markow von der Freak4U Gaming GmbH, die über Einstiegsmöglichkeiten in dieses Geschäft berichteten und immer wieder darauf hinwiesen, dass ihr Job mit harter Arbeit verbunden ist - auch wenn man sich in der Spielewelt bewege.