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Fujitsu und SAP schließen SOA-Pakt

05.10.2006
SAP und Fujitsu bauen ihre Zusammenarbeit aus. Die Japaner sollen dem deutschen Softwarekonzern bei seiner Enterprise-SOA-Strategie unter die Arme greifen.

Ziel des Abkommens ist es, Unternehmen bei der Einführung flexibler, Service-basierter IT-Infrastrukturen zu unterstützen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung beider IT-Hersteller. Demnach soll Fujitsu sein Branchen-Know-how sowie seine Servicekapazitäten in das Vorhaben einbringen. SAP steuert sein Softwareportfolio aus der Mysap-Familie sowie dem Technik-Stack aus "Business Process Platform" (BPP) und der Integrationsplattform "Netweaver" bei.

Um die Pakete an den Mann zu bringen, planen beide Anbieter Kampagnen in "ausgewählten, spezifischen Regionen oder Branchen". Nähere Details, welche Märkte sich angesprochen fühlen dürfen, liegen bislang nicht vor. Darüber hinaus will Fujitsu die Zahl seiner SAP-Berater auf weltweit 2500 erhöhen. Aktuell arbeiten 1000 Consultants im SAP-Umfeld bei Fujitsu. Zusätzlich wollen die Japaner eine eigene Serviceabteilung im Rahmen des "Global Fujitsu SAP Competence centers" in Walldorf aufbauen.

SAP und Fujitsu kooperieren bereits seit dem Jahr 2000. Gemeinsam wurde mit "Flexframe" eine Infrastrukturlösung entwickelt, mit der sich Mysap-Umgebungen konsolidieren und einfacher sowie flexibler verwalten lassen sollen. Teile dieser "Adaptive-Computing"-Funktionen gehören heute zu SAPs Integrationsplattform Netweaver.

"Die Partnerschaft mit Fujitsu ist für uns ein wichtiger Meilenstein", trommelte SAP-Vorstand Leo Apotheker für die Kooperation. Die Zusammenarbeit werde SAP dabei helfen, die Einführung von Enterprise SOA bei den Kunden zu beschleunigen. Diese Unterstützung hat SAP derzeit auch bitter nötig. Noch zögert die große Mehrheit der Anwenderunternehmen, sich mit einer Service-orientierten Architektur (SOA) zu beschäftigen. Laut einer Umfrage der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG) befassen sich derzeit lediglich sieben Prozent der 344 befragten DSAG-Mitglieder damit, eine SOA-Strategie umzusetzen (siehe auch: DSAG beklagt mangelnde Umsetzung in Sachen SOA). Der betriebswirtschaftliche Nutzen sei nicht erkennbar, lautete die am häufigsten genannte Begründung für die abwartende Haltung. (ba)