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Fujitsu-Siemens fällt im weltweiten PC-Markt zurück

24.10.2000
IDC und Dataquest haben vorläufige Zahlen für den PC-Markt im dritten Quartal vorgelegt. Weltweit liegt weiterhin Compaq an der Spitze, in den USA hat Dell die Nase vorn.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die beiden großen Marktforschungsunternehmen IDC und Dataquest (Gartner) haben ihre vorläufigen Zahlen für den PC-Markt im dritten Quartal vorgelegt. Weltweit liegt weiterhin Compaq an der Spitze, in den USA hat Direktanbieter Dell die Nase vorn. Fujitsu-Siemens schafft es bei IDC auf Platz fünf, Dataquest zählt anders und sieht die japanisch-deutsche Allianz nicht in den Top Five.

Nicht ganz einig sind sich die Institute - aufgrund unterschiedlicher Methodik - über das Wachstum des gesamten Marktes (Computerwoche online berichtete): IDC hat ein Plus von 18,3 Prozent auf insgesamt 33,3 Millionen verkaufte PCs ermittelt, Dataquest errechnet ein Wachstum von 15,2 Prozent auf 33,9 Millionen Einheiten.

Die Auguren der Gartner-Tochter haben auch gleich eine Prognose für das vierte Quartal mit veröffentlicht. Hier rechnet Dataquest mit einem relativ flauen Geschäft. Die wichtigsten Marktsegmente in den USA und Europa seien gesättigt, die Hersteller warteten auf den nächsten großen Update-Zyklus. "Wir gehen davon aus, dass im Consumer-Markt im vierten Quartal einige Austauschkäufe stattfinden. Im Unternehmensumfeld kommen die Upgrades allerdings nicht vor 2001 in Schwung", prophezeit Principal Analyst Charles Smulders.

Compaq weiterhin Weltmarktführer

Compaq konnte sich laut IDC mit 4,35 Millionen verkauften Rechnern und 13,1 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 13,7) global weiterhin auf dem ersten Platz behaupten. Das Wachstum der Texaner nach Stückzahlen fiel allerdings mit 12,6 Prozent niedriger aus als bei den direkten Verfolgern: Direktanbieter Dell steigerte seinen Ausstoß um 17,9 Prozent und kam mit 3,84 Millionen verkauften PCs auf 11,5 Prozent Marktanteil (unverändert) und Platz zwei. Das deutlich stärkste Wachstum erreichte der Drittplatzierte Hewlett-Packard, der mit 2,62 Millionen gleich 40,2 Prozent mehr Systeme absetzte als im Vergleichsquartal des Vorjahres und damit seinen Marktanteil um 1,2 auf 7,8 Prozent steigern konnte. Rang vier belegt IBM mit 2,46 Millionen verkauften Rechnern, die für 7,4 Prozent Marktanteil gut waren. Im Vorjahresquartal hatte dieser indes noch bei acht Prozent gelegen; mit 8,3 Prozent legte Big Blue ein nur mäßiges Wachstum vor.

IDC zählt für Fujitsu-Siemens die Ergebnisse beider Teilunternehmen mit (also auch die PC-Verkäufe unter dem reinen Fujitsu-Label). Damit platziert sich das Gemeinschaftsunternehmen mit 1,66 Millionen abgesetzten Rechnern auf Rang fünf. Der Marktanteil ging allerdings aufgrund eines ausgesprochen mageren Stückzahlenwachstums von 1,8 Prozent von 5,8 Prozent im Vorjahreszeitraum im dritten Quartal 2000 auf fünf Prozent zurück. Lichtblick: Im Vergleich zum zweiten Quartal billigt IDC Fujitsu-Siemens allerdings ein "sehr starkes sequenziellen Wachstum von 19,4 Prozent" zu. Die Gartner-Marktforscher bei Dataquest trennen Fujitsu vom europäischen Joint Venture mit Siemens und setzen stattdessen NEC auf den fünften Platz der Herstellerrangliste.

Dell in den USA weiter auf Erfolgskurs

In den USA hat Direktanbieter Dell laut Dataquest seinen texanischen Erzrivalen Compaq bereits deutlich hinter sich gelassen - und das dürfte angesichts der Wachstumsraten auch so bleiben. Dell verkaufte im dritten Quartal 2000 auf dem US-Markt 2,6 Millionen PCs und kam damit auf einen Marktanteil von 19,7 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen von Michael Dell mit 1,99 Millionen verkauften PCs einen Marktanteil von 17,1 Prozent erreicht (ACHTUNG: Die aktuelle Pressemitteilung auf der Dataquest-Site ist derzeit fehlerhaft - in die Tabelle zum US-Markt wurden offenbar bei Stückzahlen und Marktanteil in Q3/99 versehentlich die Werte der globalen Daten eingesetzt. Die korrekten Vergleichszahlen finden sich in unserer Meldung von Meldung von vor einem Jahr!). Compaq setzte 2,1 Millionen Systeme ab und kam damit auf 15,5 Prozent Marktanteil (Vorjahresquartal: 1,78 Millionen PCs/15,3 Prozent).

Mit einem auch in den USA enormen Wachstum von 46 Prozent auf 1,45 Millionen abgesetzte Maschinen erreichte HP laut Dataquest einen Marktanteil von 10,9 Prozent und verdrängte damit den zweiten großen Direktanbieter Gateway auf Platz vier. Die Fiorina-Company hatte vor Jahresfrist noch 955 000 PCs an den Kunden gebracht und damit einen Marktanteil von 8,2 Prozent erzielt. Gateway verkaufte laut Dataquest im dritten Quartal 2000 rund 1,25 Millionen PCs und kam damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent, eine Steigerung nach Stückzahlen um 13,9 Prozent. IBM hatte im Consumer-Geschäft mit der Umstellung von Retail auf Direktvertrieb zu kämpfen und muss daher bei den verkauften Stückzahlen einen Rückgang von 18,8 Prozent auf 741 000 hinnehmen (Vorjahresquartal: 890 000), die für nur noch 5,6 Prozent Marktanteil gut waren (Q3/99: 7,6 Prozent). Für den ein oder anderen vielleicht noch interessant: Mit 577 000 verkauften Macs (plus 25,2 Prozent) kam Apple in den USA laut Dataquest auf Rang sechs der Hersteller-Hitliste. Insgesamt wurden im dritten Quartal 2000 in den USA demnach 13,23 Millionen Rechner abgesetzt, ein Plus von 12,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. IDC hat hier mit plus 9,4 Prozent auf 12,81 Millionen PCs einen geringfügig niedrigeren Wert ermittelt.