Sparc-basierende Rechner für BS2000 und Solaris

Fujitsu-Siemens baut Mainframe-Angebot aus

04.07.2003
HAMBURG (wh) - Mit einem leistungsstärkeren Modell seiner Großrechner-Baureihe "SX" will Fujitsu-Siemens vor allem Bestandskunden aus dem gehobenen Mittelstand locken. Die Rechner mit Sparc-Prozessoren erlauben den parallelen Betrieb von BS2000/OSD und Solaris in getrennten Hardwarepartitionen.

Auch Fujitsu-Siemens hat sich das Thema Konsolidierung auf die Fahnen geschrieben. So positioniert das deutsch-japanische Joint Venture den "Business Server SX 140" insbesondere als Plattform für größere mittelständische Unternehmen, die ihre BS2000-Anwendungen ebenso wie Solaris-basierende Programme auf einem Rechner zusammenlegen wollen. Dazu biete das neue Mainframe-Modell mit XPAR erweiterte Möglichkeiten zur Hardwarepartitionierung, erläuterte Rolf Strotmann, Chef der BS2000-Sparte.

Gegenüber dem Vorgängermodell soll der SX140 eine um 50 Prozent höhere Monoprozessorleistung erreichen, die Palette reicht vom Einprozessor-System bis zum Sechs-Wege-Server mit maximal 36 PCI-Slots und 12 GB Hauptspeicher. Ähnlich wie der Konkurrent IBM wirbt auch Fujitsu-Siemens mit Funktionen für Capacity on Demand, die es Kunden ermöglichen sollen, Leistungsspitzen durch Zu- oder Abschalten von CPUs kostengünstig abzudecken.

Mit den aktuellen Systemen führe man die Strategie der Öffnung der einst proprietären Mainframe-Produkte fort, so Strotmann. Gleichzeitig seien Investitionen der klassischen BS2000-Nutzer geschützt. Sie könnten ihre zum großen Teil eigenentwickelten Anwendungen unverändert auf den neuen Servern betreiben und gleichzeitig das breite ISV-Angebot (Independent Software Vendors) für Solaris nutzen.

Der SX140 arbeitet mit Sparc-Prozessoren, die vom japanischen Fujitsu-Konzern gefertigt werden, dabei aber binärkompatibel zu den 64-Bit-CPUs von Sun Microsystems sein sollen. Ein weiterer Vorteil gegenüber der hergebrachten Mainframe-Technik liegt laut Hersteller in der Unterstützung "nativer" Fibre-Channel-Anschlüsse, die die Verbindung zu offenen Speicherkomponenten aus der Unix-Welt bis hin zum Storage Area Network (SAN) zuließen.

Parallel zu der SX-Serie will Fujitsu-Siemens seine Highend-Mainframes der S-Serie in herkömmlicher /390-Architektur weiterentwickeln. In dieser Leistungsklasse hat IBM mit seinen Z-Series-Modellen (z900, z990) einen Vorsprung errungen. Im Jahr 2004 werde man zurückschlagen, so Strotmann selbstbewusst, und "die Messlatte ein weiteres Mal höher legen". Gleichzeitig werde die Sparc-basierende SX-Reihe bis in den oberen Leistungsbereich heutiger Großrechner ausgebaut.