Fujitsu will IBM den Rang bei Großrechnern ablaufen

Fünf neue Mainframes sollen die gesamte Konkurrenz übertreffen

14.09.1990

TOKIO (IDG) - Die neuen 390-Großrechner der IBM (siehe oben) stoßen auf einen PCM-Wettbewerb, der bestens vorbereitet ist: So hat die japanische Fujitsu, Ltd. noch vor dem Marktführer die Katze aus dem Sack gelassen und fünf neue Rechner der M-1800-Serie angekündigt.

Das leistungsstärkste Modell M-1800185 kann für sich beanspruchen, mit seinen acht CPUs die größte Anzahl in einem Mainframe parallel arbeitender Prozessoren zu vereinen, womit es gegenüber dem bisherigen Top-of-the-Iine-Modell - der M-780/40 - nach Unternehmensangaben eine um den Faktor 3 verbesserte Rechenleistung aufweisen soll.

Ohne detaillierte Zahlen zur Rechengeschwindigkeit zu nennen, gab Fujitsu bei der Präsentation an, ihre Mainframe-Serie sei etwa 10 Prozent schneller als die im Juni und Juli vorgestellten HDS- und NEC-Großrechner (vgl. CW Nr. 24 vom 15. Juni 1990, Seite 21 "Hitachi schickt Ex-Mainframes..." und Nr. 28 vom 13. Juli 1990, Seite 21 "NECs neues Acos-Großrechner..."). IBMs leistungsstärkster Mainframe aus der System/390-Serie - ES/9000 Modell 900 mit sechs Prozessoren - ist nach Angaben von Big Blue um etwa den Faktor 1,7 bis 1,9 schneller als das bisherige Top-Modell ES/3090-600J, bietet somit etwa 230 MIPS. Wie die Nachrichtenagentur vwd erfahren haben will, soll der Fujitsu-Rechner bis zu 600 MIPS erreichen und damit auch den Acos-Rechner (500 MIPS) von NEC weit hinter sich lassen.

Im Gegensatz zu diesem hat die M-1800-Reihe vor allem den Vorteil, völlig kompatibel zu IBMs Betriebssystem MVS/ESA zu sein. Das Fujitsu-Mainframe-Angebot reicht über eine Zweiprozessor-Version - M-1800120 - bis zum Top-Modell 85 (siehe auch Seite 23).

Maximal lassen sich nach Unternehmensangaben bis zu 16 CPUs in vier Clustern zusammenschließen. Wie auch die neuen IBM-Mainframes verfügen die japanischen Konkurrenzprodukte über Glasfaser-Verbindungen und genau wie Big Blue hat auch Fujitsu bei der Verbesserung seines MSP-EX-Betriebssystems wesentliche Erweiterungen wie unter anderem für Batchjobs, Sicherungs-und Backup-Methoden zur Remote-Bedienung und integriertes Speichermanagement entwickelt. Fujitsu gab an, daß die eingeführten Betriebssysteme MSP, MSP-EX, FSP, UXP/M und AVM/EX mit dem neuen MSP-EX zusammenarbeiten. Die Japaner wollen Low-end-Mainframes - Modelle 20 und 30 im April 1991, die Top-Modelle 45, 65 und 85 hingegen erst im dritten Quartal 1991 ausliefern.

Bei den Preisen wurden nur monatliche Leasingraten von 520 000 Dollar bis knapp zwei Millionen Dollar genannt.