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FTD: Ron Sommer bekam für Rücktritt elf Millionen Euro

16.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat ihrem im Juli zurückgetretenen Chef Ron Sommer elf Millionen Euro gezahlt. Wie die "Financial Times Deutschland" aus Kreisen des Aufsichtsrats erfahren haben will, umfasst dieser Betrag Ansprüche in Höhe von neun Millionen Euro aus seinem bis 2005 laufenden Vertrag sowie zwei Millionen Euro Pensionszahlungen. Eine darüber hinausgehende Abfindung soll Sommer nicht erhalten haben.

Mit der Veröffentlichung dieser Zahlen reagierte der Telekom-Aufsichtsrat auf eine Klage, die beim Berliner Landgericht gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel eingereicht wurde. "Spiegel online" zufolge wirft darin eine Unternehmergruppe den beiden SPD-Politikern vor, die Ablösung Sommers derart dilettantisch betrieben zu haben, dass dieser in seinen Gesprächen mit Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus eine Abfindung von über 65 Millionen Euro ausgemacht habe. Diese Summe sei dem Telekom-Chef bereits ein Tag vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung zugesagt worden. Nach Auffassung der Kläger habe es jedoch eine Reihe von Gründen gegeben, Sommer ohne Abfindung aus dem Amt zu entlassen. Winkhaus betonte, dass es keine derartigeAbfindung an Sommer gegeben habe. Die in der Klage genannten Summen und Vertragsinhalte seien "aus der Luft gegriffen".

Die tatsächlich geleisteten Zahlungen lassen allerdings Rückschlüsse auf das Jahresgehalt des Vorstandschefs zu. Demnach dürfte Sommer per annum rund drei Millionen Euro plus Ansprüche aus Aktienoptionen erhalten haben. (ue)