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Frische Mittel und neuer CEO für Tarantella

12.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der angeschlagene Anbieter von Remote-Application-Access-Lösungen Tarantella hat Frank Wilde zum neuen CEO, President und Director bestellt. Er folgt damit auf Firmengründer Doug Michels, der sich auf einen Directorsessel und eine Funktion als strategischer Berater der Firma zurückzieht. Michels hatte die Firma gemeinsam mit seinem Vater 1979 als Santa Cruz Operation gegründet. 1995 übernahmen der Unix-Distributor das Unix-Geschäft von Novell und verkaufte es 2001 wieder an Caldera Systems. Aus Santa Cruz Operation wurde Tarantella, Caldera benannte sich um in SCO Group.

Wilde war früher CEO des Videosoftware-Spezialisten Ravisent und ist gegenwärtig Chairman der Investment-Firma Starlight Capital Partners. Diese hat Tarantella gemeinsam mit dem früheren Geldgeber Special Situations Technology Fund 2,75 Millionen Dollar zugeschossen. Special Situations hatte bereits im Oktober kurz vor dem endgültigen Nasdaq-Delisting von Tarantella 2,25 Millionen Dollar investiert.

Tarantella hatte sich zuvor nach Kräften bemüht, das Delisting aufgrund dauerhaft zu niedrigen Aktienkurses zu vermeiden - unter anderem durch die Übernahme des Windows-Application-Access-Anbieters New Moon Systems (Computerwoche online berichtete) und einen umgekehrten Aktiensplit im Verhältnis fünf zu eins. Den endgültigen Gnadenstoß verpasste sich Tarantella schließlich selbst mit der Ankündigung einer internen Revision seiner Umsatzbilanzierung nach "isolierten unerlaubten Geschäftspraktiken innerhalb des Vertriebs". Anfänglich ging es dabei nur um die ersten drei Quartal 2003, inzwischen auch um das Fiskaljahr 2002. Ein Ergebnis steht noch aus. (tc)